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Arbeitsmarktbarometer:  Arbeitgeber bleiben einstellungsbereit

Deutsche Arbeitgeber bleiben weiterhin bereit, ihren Personalbestand aufzustocken. Insbesondere im Bereich Finanzen und Dienstleistungen sollen in den nächsten drei Monaten vermehrt Mitarbeiter eingestellt werden. So das Ergebnis des Manpower Arbeitsmarktbarometer für das vierte Quartal 2010.

Insgesamt planen elf Prozent der mehr als 1.000 befragten Personalentscheider in Deutschland Neueinstellungen. Laut Arbeitsmarktbarometer können acht von neun erfassten Wirtschaftszweigen für den Zeitraum Oktober bis Dezember positive Werte verbuchen. Am stärksten ausgeprägt ist die Absicht, neue Mitarbeiter einzustellen, im Bereich Finanzen und Dienstleistungen (plus 19 Prozent) sowie bei den Versorgern (plus 18 Prozent).Beide Branchen präsentieren die optimistischsten Werte seit Einführung der Prognose in Deutschland im dritten Quartal 2003.
Ebenfalls zuversichtlich zeigen sich die Arbeitgeber im Bereich Transport und Kommunikation (plus neun Prozent), im Bereich Öffentliche Hand und Soziales, im produzierenden Gewerbe sowie im Bereich Handel und Gastgewerbe mit jeweils plus fünf Prozent.

Regionaler Vergleich:  Im Westen viel Neues  

Beim regionalen Vergleich liegt der Westen in der Einstellungsbereitschaft vorne: Arbeitgeber im Westen Deutschlands zeigen mit elf Prozent die höchste Bereitschaft, zusätzliches Personal einzustellen, dicht gefolgt von ihren Kollegen in Süddeutschland mit zehn Prozent, Berlin mit zuversichtlichen acht Prozent und München mit sieben Prozent. Arbeitgeber im Finanzzentrum Frankfurt verzeichnen moderate fünf Prozent.
Im Unterschied dazu weist Ostdeutschland den einzigen negativen Wert von minus zwei Prozent des Arbeitsmarktbarometers auf. Das Ruhrgebiet steht bei Null.

Calasan: „Die positiven Erfahrungen mit flexiblem Einsatz zeigen sich jetzt“

Vera Calasan, Geschäftsführerin von Manpower Deutschland, interpretiert die Daten: „Die Belebung des Arbeitsmarkts auf breiter Basis hält an. Die deutsche Wirtschaft hat die Krise überwunden und sieht optimistisch in die Zukunft.“ Die Herausforderung für die Unternehmen besteht laut Calasan jetzt in der Suche und dem Finden qualifizierter Bewerber. „Die Arbeitgeber wenden sich an Personaldienstleister, um unter anderem über das Instrument der Arbeitnehmerüberlassung die Flexibilität zu erhalten, die mit dem Aufschwung verbundenen Auftragsspitzen gut und zügig zu bewältigen.“ Es sei kein Zeichen von Unsicherheit, wenn Personalentscheider nicht sofort neue Stammmitarbeiter einstellten. Vielmehr spiegelten sich darin die positiven Erfahrungen wider, die Arbeitgeber in den vergangenen 18 Monaten mit den flexiblen Einsatzmöglichkeiten gewonnen hätten.
Die mittelständische Firmen werden nach Ansicht Calasans in naher Zukunft noch stärker mit dem Mangel an Fachkräften konfrontiert sein: „Die Notwendigkeit wird wachsen, sich mit innovativen HR-Konzepten zu beschäftigen, wenn kleine und mittlere Betriebe als Arbeitgeber attraktiv bleiben wollen.“ Grundsätzlich sollte stärker darüber nachgedacht werden, Menschen entsprechend ihrer Qualifikation sowie ihren Erfahrungen und Fähigkeiten für neue Perspektiven in Berufen mit Zukunft zu interessieren und entsprechend fortzubilden, regte die Manpower-Geschäftsführerin an. Nicht allein abgeschlossene Ausbildungen zählten, um im Berufsleben erfolgreich zu sein; immer relevanter werde das erworbene Know-how.

Ausblick international

Dem Manpower Arbeitsmarktbarometer zufolge sind Arbeitgeber in 28 von 36 Ländern und Regionen bereit, im vierten Quartal 2010 ihren Personalbestand auszubauen. Die stärkste Einstellungsabsicht weltweit besteht in China, Taiwan, Indien und Brasilien. Die europäischen Staaten Griechenland, Italien und die Tschechische Republik weisen die niedrigsten Werte der gesamten Prognose auf.

Weitere Informationen: www.manpower.de

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