29.07.2011 | Personalszene

Arbeitnehmer gehen zusehends später in Rente

Wann gehen die Deutschen in Rente? Immer später, wie die jüngste Statistik zeigt. Das bedeutet noch nicht automatisch mehr Geld für die Rentenkasse - aber die Beschäftigungschancen Älterer steigen.

Arbeitnehmer in Deutschland gehen zusehends später in Rente. Das durchschnittliche Eintrittsalter stieg im vergangenen Jahr bei Männern von 63,5 Jahren auf 63,8 Jahre - den höchsten Wert seit Bestehen der gesamtdeutschen Statistik, wie die Deutsche Rentenversicherung Bund kürzlich mitteilte. Bei Frauen verschob sich das Renteneintrittsalter auf 63,3 Jahre, nachdem es 2009 bei 62,9 Jahren gelegen hatte.

Ausschlaggebend für den Anstieg des Renteneintrittsalters waren laut Statistik die westlichen Bundesländer. Männer bekamen dort 2010 im Schnitt mit 63,9 Jahren Rente (Vorjahr: 63,6 Jahre), Frauen mit 63,6 Jahren (Vorjahr: 63,2 Jahre). In Ostdeutschland stagnierte das Renteneintrittsalter der Frauen dagegen bei 61,6 Jahren, bei Männern sank es auf 62,9 Jahre nach 63,1 Jahren 2009.

Die Daten sagen aber nichts darüber aus, ob die Menschen aus einer Beschäftigung oder Arbeitslosigkeit in die Rente eingetreten sind. Auch Effekte auf die Rentenkasse gehen daraus nicht eindeutig hervor.

 

Zahlen der Bundesagentur für Arbeit bestätigen den Trend

Eine allmähliche Verschiebung des Renteneintrittsalters spiegelt sich auch in der Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) wider. "Es gibt einen Trend, dass mehr Ältere länger als früher beschäftigt sind", sagte ein BA-Sprecher in Nürnberg. So habe der Anteil der erwerbstätigen 50- bis 65-Jährigen 2005 noch bei 63 Prozent gelegen. "2009 lag dieser Anteil bei 70 Prozent." Während die Zahl der aus Altersgründen in den Ruhestand wechselnden Männer und Frauen 2005 noch 1,8 Millionen betragen habe, seien 2009 nur noch 1,27 Millionen Menschen in den Ruhestand gegangen.

Hintergrund dieser Entwicklung ist nach Einschätzung des BA-Sprechers zum einen, dass nach der Streichung staatlicher Zuschüsse der vorzeitige Ruhestand für viele finanziell nicht mehr so attraktiv sei wie früher. "Außerdem sind inzwischen die Jobchancen für Ältere deutlich besser als noch vor ein paar Jahren. Viele Unternehmen setzen angesichts des sich abzeichnenden Fachkräftemangels wieder stärker auf die Erfahrung älterer Beschäftigter."

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