Vom 26. bis 27. April wurde auf der Agile HR Conference 2017 über den aktuellen Stand der agilen Personal- und Organisationsentwicklung diskutiert. Bild: Haufe Online Redaktion

Die Digitalisierung ist eine Medienrevolution. Verändert haben sich jedoch nicht nur die Kommunikationswege, sondern auch die Geschäftsmodelle und Kundenbedürfnisse. Was das im Personalmanagement bedeutet, wurde am 26. und 27. April auf der "Agile HR Conference 2017" diskutiert.

Bereits zum sechsten Mal fand in der vergangenen Woche die "Agile HR Conference" statt. Zur Fachtagung mit Schwerpunkt Agilität in der HR-Praxis hatte auch in diesem Jahr die Unternehmensberatung HR Pioneers geladen. Austragungsort der Veranstaltung, die das Personalmagazin als Medienpartner unterstützt, waren die Kölner Balloni Hallen.

Agilität unter Gleichgesinnten

Die Auseinandersetzung mit agilen Arbeitsformen scheint auch für die Personaler immer wichtiger zu werden. Darauf deuten jedenfalls die Besucherzahlen der Agile HR Conference hin. So diskutierten in diesem Jahr mehr als 300 Unternehmensvertreter in Köln über den Stand der agilen Personal- und Organisationsentwicklung. Im Jahr zuvor waren es noch 200 Teilnehmer. Trotz des größeren Rahmens sei der Netzwerk-Charakter des Events nicht verloren gegangen, versicherte Gastgeber und HR-Pioneers-Geschäftsführer André Häusling schon bei der Begrüßung. Der Erfahrungsaustausch gehöre auch in diesem Jahr ebenso selbstverständlich dazu wie das "Konferenz-Du", sagte Häusling – schließlich sei es gewissermaßen ein "Familientreffen". Damit hat Häusling Recht behalten, denn schon die Offenheit gegenüber agilen Herangehensweisen sorgte als verbindendes Element für regen Austausch unter den Konferenzbesuchern.

Wissenstransfer auf dem Programm

Den Schwerpunkt auf den Wissenstransfer zeigte auch die Wahl der Referenten. So berichteten in der Mehrheit der Fachvorträge HR-Praktiker aus ganz unterschiedlichen Branchen von ihren Erfahrungen mit agilen Arbeits- und Organisationsformen. Das Themenspektrum reichte dabei von der Frage, welche Aufgabe HR in der neuen Arbeitswelt zukomme, über arbeitsrechtliche Aspekte der agilen Projektarbeit bis hin zum Umgang mit veränderten Führungsrollen und -verständnissen. Als gemeinsames Credo stand letztlich die Einsicht, dass Agilität weniger eine Methodenfrage als vielmehr Einstellungssache sei. Entsprechend sollten Personaler künftig gemeinsam mit den Führungskräften "in Menschen und Prozesse investieren, um den Kundenbedürfnissen besser begegnen zu können", empfahl etwa Felix Schumann, Leiter Personalentwicklung beim Telekommunikationsunternehmen Unity Media. Dies sei jedoch ein Entwicklungsprozess, für den es keine Patentlösungen gebe – deshalb sei es wichtig, neue Lösungen auszuprobieren.

Das Unternehmen als Versuchslabor?

An Experimentierfreude mangelt es in den Unternehmen offenbar nicht. Auch das wurde auf der Konferenz deutlich: etwa am Beispiel der DB Vertrieb GmbH, die über Führungskräfte abstimmen lässt, oder im Erfahrungsbericht der beiden Vertreterinnen des Erlebnisgeschenke-Anbieters Jochen Schweizer, die Mitarbeiter zur künftigen Rolle der HR-Abteilung befragt haben. Dass jedoch nicht alle agilen Projekte auch den gewünschten Erfolg haben, ist ein Umstand, mit dem auf der Agile HR Conference recht offen umgegangen wurde. So berichteten etwa Karola Wegner, Hilde van de Pijl und Florian Groß von Yello Strom über das "Scheitern und Siegen eines Transformationsteams". Ein weiteres Beispiel unter vielen lieferte außerdem HR-Consultant Thomas Albicker. Er stellte nicht nur die Erfolge von agilen Change-Elementen bei den Swiss International Air Lines vor, sondern eben auch ein Projekt, das daneben ging. Warum es trotz des Risikos sinnvoll sein kann, auch mal mit einer 80-Prozent-Lösung zu starten, zeigten wiederum Kristin Jordan und Sebastian Murawski von Otto: Die beiden Personalentwickler berichteten von der Neuausrichtung der Otto-Akademie, für die sie ihre Konzepte und Lernplattformen anhand des Nutzerfeedbacks kontinuierlich weiterentwickelt haben.     

Interaktiv bis zuletzt

Auf das Feedback der Gäste setzten auch die Veranstalter. So gab es nach den positiven Rückmeldungen aus dem vergangen Jahr auch diesmal wieder verschiedene Open-Space- und Workshop-Formate. Ein neues interaktives Konzept war hingegen das sogenannte "Spieleland", in dem sich die Konferenzteilnehmer mit agilen Tools wie etwa den "Pioneer Cards" vertraut machen konnten (einen Überblick zu dieser und weiteren Methode finden Sie hier). Und auch für einen kommunikativen Ausklang des Events war gesorgt, denn den Abend konnten die Teilnehmer gemeinsam bei Kölsch und Partymusik verbringen – ein viel genutztes Netzwerk-Angebot.

Schlagworte zum Thema:  Agilität, Veranstaltung

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