30.08.2011 | Personalszene

Ältere werden bei Rekrutierung neuer Mitarbeiter häufig benachteiligt

Immer mehr Ältere sind länger erwerbstätig. Die Chancen auf Neueinstellung über 50 sind hingegen nicht gestiegen. Ältere werden offenbar nach wie vor bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter benachteiligt, zeigt eine aktuelle Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen, die im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung und des Forschungsnetzwerks Alterssicherung erstellt wurde.

Die Auswertung von Daten der Bundesagentur für Arbeit zeigt deutlich, dass der Anteil der neu eingestellten Älteren an allen neuen Mitarbeitern mit 13 Prozent nur die Hälfte ihres Beschäftigungsanteils beträgt (26 Prozent, 2009). Lediglich für die 60- bis 65-Jährigen ist ein Anstieg der Eintrittsraten festzustellen. „Dies dürfte allerdings eher Ergebnis des Aktivierungsdrucks von Arbeitsagenturen und Jobcentern sowie verschlossener Frühverrentungsmöglichkeiten sein als Ausdruck einer gestiegenen Wertschätzung durch die Betriebe“, vermutet Dr. Martin Brussig, Leiter der IAQ-Forschungsabteilung Arbeitsmarkt - Integration – Mobilität.

 

Weiterbildung Älterer lässt zu wünschen übrig

Statt Neueinstellungen, scheinen die Beschäftigten in „ihrem“ Betrieb auf den vorhandenen Arbeitsplätzen zu bleiben. Hinzukomme, dass anscheinend die meisten Betriebe die Alterung ihrer Belegschaft passiv hinnehmen würden, statt sich durch Arbeitsplatzgestaltung und Weiterbildung aktiv auf sie einzustellen, so Brussig. Das bedeute letztendlich aber auch, dass das Potenzial zur Ausweitung der Lebensarbeitszeit und der Arbeitskräfte bei weitem noch nicht ausgeschöpft sei.

 

Ältere Hochqualifizierte profitieren von stabilen Beschäftigungsverhältnissen

Grundsätzlich treten mit steigendem Alter immer weniger Personen eine neue Stelle an. Dieser Effekt betrifft besonders die Geringqualifizierten. Ältere Hochqualifizierte, von denen im letzten Drittel der Erwerbsphase nur vergleichsweise wenige neu eingestellt werden, profitieren dabei jedoch von stabilen Beschäftigungsverhältnissen, aufgrund derer sie sich seltener einen neuen Job suchen müssen.

 

Einstellungsbereitschaft hängt auch von der Branche ab

Die Eintrittsraten unterscheiden sich zudem sehr stark zwischen den Branchen: Sehr viele Neueinstellungen gibt es beispielsweise im Gastgewerbe, in der Landwirtschaft, in Leiharbeit sowie in eher gering qualifizierten Dienstleistungsbranchen. Eher selten kommen Neueinstellungen Älterer zum Beispiel im Öffentlichen Dienst oder im Verarbeitenden Gewerbe vor.

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