Mediationsprozess: Vorteile... / 4.2 Der richtige Rahmen

Genauso wichtig wie die Mediation selbst, ist es, die Rahmenbedingungen richtig auszugestalten. Vor Beginn einer Mediation sollte der Auftrag klar definiert werden. Für die Sitzungen selbst sind Sitzordnung, Ambiente und Ausstattung (Setting) von entscheidender Bedeutung. Auch die Nachbereitung einer Mediation sollte nicht vernachlässigt werden.

4.2.1 Auftragsklärung

Bevor Sie als Mediator aktiv werden können, bedarf es eines eindeutigen Auftrags. Gerade in der Wirtschafts- und Organisationsmediation sind Mandanten und Auftraggeber häufig nicht identisch. Daher sollten Sie vorab folgende Punkte klären:

1. Anliegen:

Was ist der konkrete Anlass für die Kontaktaufnahme? Wichtig ist es bereits hier zu klären, ob die Person auch die Entscheidungsbefugnis für den Mediationsauftrag hat. Sollte sich eine der Konfliktparteien an Sie wenden, weisen Sie darauf hin, dass Sie nur mit Wissen und Wollen des Vorgesetzten eine Mediation durchführen können.

2. Ziele:

Welches Ziel soll mit der Mediation erreicht werden? Eventuell sollte auch geklärt werden, welche Optionen der Auftraggeber hat, wenn die Mediation nicht erfolgreich ist.

3. Konfliktsituation:

Lassen Sie sich die Situation aus der Sicht des Auftraggebers schildern. Klären Sie, in wie weit der Auftraggeber selbst in den Konflikt verwickelt ist und ob er bereit ist, eventuell an der Mediation teilzunehmen. Informieren Sie sich über die bereits unternommenen Schritte und die sich daraus ergebenden Konsequenzen. Fragen Sie bereits hier, ob die Konfliktparteien informiert und mit einer Mediation einverstanden sind.

4. Rahmenbedingungen:

Abstimmung über die nächsten Schritte, die teilnehmenden Personen und die konkrete Festlegung von Ort, Zeit und Dauer des Mediationsprozesses. Auch die anfallenden Kosten und ein eventuelles Honorar müssen hier geklärt werden.

4.2.2 Setting

Die falsche Sitzordnung der Konfliktparteien und des Mediators können einen Erfolg der Mediation gefährden. Der Mediator muss im Vorfeld entscheiden, wie nah sich die Mandanten kommen sollen und ob eventuell ein trennender Tisch notwendig ist (hocheskalierte Konflikte). Da die Kommunikation gerade in den ersten Phasen der Mediation über den Mediator läuft, ist auch die Zuwendung und das Sichtfeld der Parteien ein wichtiger Aspekt des Settings. Gerade in der Mediation von Gruppen verwenden Mediatoren viel Zeit für die Gestaltung der "richtigen" Sitzordnung. Bei vielen Beteiligten hat die Visualisierung eine entscheidende Bedeutung.

Abb. 3: Setting I

Ob mit oder ohne einen Tisch, die Konfliktparteien sind dem Mediator zugewandt. So kann er in den ersten Phasen das abwechselnde Gespräch mit den Mandanten führen und in späteren Phasen das Gespräch der Beteiligten untereinander unterstützen.

Abb. 4: Setting II

Bei hocheskalierten Konflikten sollte ein Tisch nicht fehlen. Er schafft Distanz und gibt den Konfliktparteien Sicherheit. Außerdem sollte der Mediator durch die Sitzpositionen erreichen, dass es in den ersten Phasen zu einem Zweiergespräch mit ihm und der jeweiligen Konfliktpartei kommt und die zuhörende Partei sich außerhalb des Sichtbereichs der anderen Partei befindet.

4.2.3 Nachbereitung

Gerade wenn die Konfliktparteien zu einer Vereinbarung gekommen sind, sollte es sich der Mediator zur Pflicht machen, nach einem angemessenen Zeitraum in Nachgesprächen zu klären, in wie weit die Vereinbarung Bestand hat. Haben  sich die Erwartungen der Parteien an diese Lösung realisiert? Eventuell ergibt sich ein Nachbearbeitungsbedarf. Häufig stellen die Parteien fest, dass die Mediation weitere positive Entwicklungen angestoßen hat.

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