Zeitarbeit als Personalmana... / 3.3 Klassische Zeitarbeit: On-Site-Management/Master-Vendor-Vertrag

Dieser Begriff lässt sich mit Vor-Ort-Management übersetzen. Die Anwendung dieses Modells macht dann Sinn, wenn das Kundenunternehmen regelmäßig mit mehreren Zeitarbeitsunternehmen zusammenarbeitet und immer wiederkehrend eine große Anzahl von Zeitarbeitskräften in ähnlichen Positionen benötigt. Es reduziert den Aufwand der Personalabteilung, wenn sie sich unter den Personaldienstleistern einen auswählt, der die Beschaffung und Koordination der benötigten Mitarbeiter federführend übernimmt. Dieser Dienstleister übernimmt folgende Aufgaben:

  • Federführende Betreuung des Kundenunternehmens nach dem Prinzip: One face to the Customer
  • Analyse der Arbeitsabläufe und -prozesse
  • Beschaffung und Vorauswahl der benötigten Zeitarbeitskräfte
  • Koordination der verschiedenen Personaldienstleister
  • Betreuung der eingesetzten Zeitarbeitskräfte
  • Komplette organisatorische und administrative Abwicklung (Zutrittsberechtigungen, Kontrolle der geleisteten Arbeitsstunden und der Rechnungen, Gesundheits- und Sicherheitscheck)

Da ein "Kettenverleih", das heißt die Überlassung von Zeitarbeitskräften an einen anderen Verleiher zum Weiterverleih durch diesen an ein Kundenunternehmen in Deutschland verboten ist, gilt es eine Formalität unbedingt einzuhalten: Arbeitnehmerüberlassungsverträge sind zwischen Kundenunternehmen und Verleiher direkt abzuschließen.

Abb. 2: Vertragsgeflecht bei Betreuung via Master

Die sorgfältige Auswahl des "Master Vendors" bzw. "Masters" unter den verschiedenen Personaldienstleistern ist mit ein Garant für eine reibungslose und erfolgreiche zukünftige Zusammenarbeit mit den Dienstleistern. Hier sollte sich das Kundenunternehmen sehr genau folgende Fragen vor einer Entscheidung stellen:

  1. Kann der zukünftige "Master" einen verantwortlichen Mitarbeiter benennen, der die Zusammenarbeit mit dem Kundenunternehmen und möglichen Co-Lieferanten reibungslos koordinieren kann? Ist dieser Mitarbeiter in der Vergangenheit bereits für die Betreuung des Kundenunternehmens zuständig gewesen, spielt es eine große Rolle, wie gut die Erfahrungen aus der Vergangenheit waren? Selten wird nach der Übertragung der "Masterrolle" eine bisherige schlechte Zusammenarbeit durch die erweiterte Verantwortung besser.[1]
  2. Gibt es bereits Erfahrungswerte aufgrund einer langjährigen Zusammenarbeit, die zeigen, dass der "Master" versteht, wie das Kundenunternehmen "tickt"? Dies ist die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit auch mit den Co-Lieferanten, denen sich der "Master" bedienen wird, sollte er das benötigte Personal selbst nicht zeitnah und in ausreichender Zahl beschaffen können.
  3. Hat der zukünftige "Master" in der bisherigen Zusammenarbeit bewiesen, dass er den richtigen Mitarbeiter auf den richtigen Arbeitsplatz zur richtigen Zeit setzen kann? Versteht er die Anforderungen des Kundenunternehmens, dann ist er auch in der Lage dies so an die Co-Lieferanten weiterzugeben, dass diese auch eine gute passgenaue Personalauswahl durchzuführen können.
  4. "Lebt" der "Master" den Dienstleistungsgedanken? Sieht er sich als Dienstleister für das Kundenunternehmen und auch für seine Mitarbeiter? Ist dies der Fall, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass er auch sich als Dienstleister für die Co-Lieferanten sieht, groß. Dies sollte eine Grundlage dafür sein, dass zwischen "Master" und Co-Lieferanten eine harmonische und zielgerichtete Zusammenarbeit stattfinden kann.
  5. Hat der "Master" in der Vergangenheit sowohl mit dem Kundenbetrieb als auch mit seinen Mitarbeitern einen fairen Umgang gepflegt, dann ist es wahrscheinlich, dass es auch in der Zusammenarbeit mit den Co-Lieferanten nicht zu Problemen kommen wird.
  6. Sind die benötigten Qualifikationen und Mitarbeiter auf niedrigem oder Fachkräfte-Niveau oder werden Spezialisten, High-Potentials und Führungskräfte sowie Interimsmanager benötigt? Bei der Beschaffung von Spezialisten, High-Potentials, Führungskräften und Interimsmanagern ist es unbedingt erforderlich, dass der "Master" selbst über eine Qualifikation verfügt, die ihn in die Lage versetzen, Personal auf diesem Qualifikationsniveau auszuwählen. Er muss die Fragen seiner Co-Lieferanten inhaltlich und fachlich auf anspruchsvollem Niveau beantworten können, sodass diese in die Lage versetzt werden, ihrerseits eine gute und passgenaue Personalauswahl treffen zu können.
  7. Die Co-Lieferanten stehen im Rahmen eines On-Site-Managements selten in direktem Kontakt zum Kundenunternehmen. Alle Kommunikation erfolgt über den "Master". Dies kann zu Informationsverlusten, Missverständnissen und dadurch auch einer wenig erfolgreichen Zusammenarbeit führen. Auch dieser Aspekt zeigt deutlich die Probleme auf, die entstehen können, wenn die Auswahl des "Masters" nicht optimal verläuft und hier nicht alle Aspekte ausreichend gewürdigt und mit den entsprechenden Konsequenzen berücksichtigt werden.

Die Vorteile einer On-Site-Management-Lösung sind:

  1. Dienstleistung aus einer Hand
  2. Einheitliche Preisgestaltung
  3. Vereinfachtes Handling
  4. Verlagerung von Aufgaben der Persona...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Personal Office Premium. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Personal Office Premium 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Artikel.



Meistgelesene beiträge