SEPA, die häufigsten Fragen

Kurzbeschreibung

Für die Umstellung auf SEPA, den einheitlichen grenzüberschreitenden Euro-Zahlungsraum, sind große Veränderungen im gesamten bargeldlosen Zahlungsverkehr notwendig. Die offensichtlichste Anpassung sind die neuen Kontoinformationen IBAN und BIC. Noch wesentlich tiefgreifender sind die rechtlichen Neuerungen für die SEPA-Mandate, die in Deutschland das Lastschriftverfahren ablösen. Für viele Unternehmer wirft SEPA Fragen auf - hier finden Sie die Antworten.

Fragen und Antworten zu SEPA

Was bedeutet SEPA eigentlich?

SEPA ist die Abkürzung für "Single Euro Payments Area", den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum. Dieser besteht aus 32 europäischen Ländern (den 27 EU-Staaten und der Schweiz, Norwegen, Liechtenstein, Monaco und Island). Innerhalb dieser SEPA werden künftig standardisierte Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen angeboten.

Wer ist davon betroffen?

Jeder, der am bargeldlosen Geldtransfer über Bankkonten beteiligt ist, muss zumindest neue Informationen zur Identifizierung von Bankkonten benutzen. Damit ist fast jeder Mensch und jedes Unternehmen betroffen. Rechnungen für Lieferanten und Dienstleister müssen überwiesen werden, zumindest das Finanzamt hat eine Einzugsermächtigung (z. B. für die Zahlung der Umsatzsteuer) erhalten, die Einzugsermächtigungen der eigenen Kunden müssen auf SEPA-Lastschriftmandate umgestellt werden etc. Niemand wird sich den Veränderungen, die durch SEPA auf uns zukommen, entziehen können. Selbstverständlich ist der Umfang der Betroffenheit individuell verschieden.

Wie bereite ich mich auf die SEPA-Umstellung vor?

Zuerst sollten Sie prüfen, inwieweit Sie von der SEPA-Umstellung betroffen sind. Das ist sehr stark davon abhängig, welche Zahlungsmethoden Sie nutzen. Auf jeden Fall müssen Sie die neuen Daten zur Identifikation Ihres Bankkontos überall dort, wo Sie bisher Ihre Kontonummer und die Bankleitzahl angegeben haben, zur Verfügung stellen. Das betrifft z. B. Ihre Rechnungsformulare, Briefbögen, Geschäftspapiere, AGBs (auch online) usw. Für die Bezahlung von Rechnungen müssen Sie sich die neuen Kontoinformationen Ihrer Lieferanten und sonstigen Zahlungsempfänger besorgen. Das kann durch eine Anfrage geschehen, durch Angabe auf deren Rechnungen oder durch automatische Umstellung in der Software. Wenn Einzugsermächtigungen oder Abbuchungserlaubnisse erteilt wurden, wird der Zahlungsempfänger aktiv werden. Sie müssen dann entsprechend reagieren. Wer die neuen SEPA-Mandate für seine eigenen Kunden nutzen will, muss sich eine Gläubigeridentifikationsnummer besorgen, die vorliegenden Ermächtigungen auf die SEPA-Man­date umstellen und die neuen Fristen für die Abbuchungen und Einreichungen beachten.

Bis wann muss ich handeln?

Achtung: Die SEPA-Übergangsfrist wird bis zum 1.8.2014 verlängert. Darauf haben sich Vertreter des Europaparlaments und die Botschafter der 28 EU-Mitgliedsstaaten in Brüssel geeinigt. Damit können die bisherigen Formate im elektronischen Zahlungsverkehr für weitere 6 Monate genutzt werden. Trotz der Fristverlängerung sollten Unternehmen und Verein die SEPA-Umstellung weiter zügig vorantreiben!
Ausnahmen bis 2016 gelten nur für die Überweisungen privater Verbraucher. Diese können bis zum 1.2.2016 noch die alten Kontoidentifikationen verwenden. Unternehmen müssen den Stichtag auf jeden Fall einhalten. Die Umstellung auf SEPA kann sehr komplex sein, so dass Sie für Umstellung der Software, Beschaffung der neuen Kontoinformationen und die juristisch sichere Übertragung der Lastschrifteinzugsermächtigungen einige Monate einplanen sollten. Am besten ist es daher, sich sofort einen Überblick zu verschaffen, was im eigenen Unternehmen zu tun ist und sich einen individuellen SEPA-Fahrplan zu erstellen.

Wer hilft mir bei der Umstellung auf SEPA?

Es gibt verschiedene Ansprechpartner, die Sie bei der SEPA-Umstellung unterstützen können. Dazu gehören natürlich Banken und Softwarehersteller (Das Update für die Buchhaltungssoftware beispielsweise muss vom Hersteller bereitgestellt werden), aber auch private Dienstleister und natürlich Ihr Steuerberater.

Was sind SEPA-Mandate? Welche Unterschiede gibt es?

SEPA-Mandate ersetzen die bisherigen Einzugs- und Abbuchungsverfahren. Sie sind im ganzen SEPA-Raum mit Euro-Beträgen möglich. Das ist ein wesentlicher Vorteil gegenüber den bisherigen Verfahren, die auf Deutschland beschränkt waren. Für die Nutzung der SEPA-Mandate ist eine Gläubigeridentifikationsnummer notwendig. Diese muss online bei der Bundesbank beantragt werden (https://extranet.bundesbank.de/scp/). Diese ist dem Schuldner mit einer Frist von mindestens 14 Tagen vor dem Einzug mit einer eindeutigen Mandatsreferenz und dem Datum des Einzuges mitzuteilen. Damit kann sich der Rechnungsempfänger optimal auf den Zahlungstermin vorbereiten und die Zulässigkeit prüfen. Er kann dem Einzug oder der Abbuchung bis zu einem Tag vor dem Termin widersprechen. Es gibt zwei unterschiedliche Mandate. Das SEPA-Basis-Mandat ist mit dem bisherigen Lastschrifteinzugsverf...

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