Praxis-Beispiele: Einmalzah... / 5 Urlaubsgeld
 

Sachverhalt

Ein Arbeitnehmer, geb. 1965, Lohnsteuerklasse I, verdient monatlich 3.000 EUR. Im Juni 2019 erhält er ein Urlaubsgeld in Höhe von 1.500 EUR.

Wie ist die Einmalzahlung steuer- und sozialversicherungsrechtlich zu bewerten?

Lösung

Urlaubsgeld gehört zu den Einmalzahlungen (sozialversicherungsrechtlich) bzw. sonstigen Bezügen (lohnsteuerrechtlich). Für diese gelten besondere steuerrechtliche und sozialversicherungsrechtliche Regelungen.

Sonstige Bezüge müssen nach der Jahreslohnsteuertabelle versteuert werden.

 
Berechnung der Lohnsteuer auf den sonstigen Bezug
Voraussichtlicher Jahresarbeitslohn ohne sonstigen Bezug: (3.000 EUR × 12 Monate) 36.000 EUR  
Darauf entfallende Lohnsteuer (fiktiv)   5.591 EUR
Voraussichtlicher Jahresarbeitslohn mit sonstigem Bezug (36.000 EUR + 1.500 EUR Urlaubsgeld) 37.500 EUR  
Darauf entfallende Lohnsteuer (fiktiv)   6.000 EUR
Differenz   409 EUR
Die Differenz zwischen beiden Beträgen ist die Lohnsteuer auf den sonstigen Bezug, zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer.
 
Berechnung Sozialversicherungspflicht der Einmalzahlung
Anteilige JBBG Kranken- und Pflegeversicherung 2019 (4.537,50 EUR × 6 Monate)   27.225 EUR
Gehalt Januar bis Juni 2019 (3.000 EUR x 6 Monate)   - 18.000 EUR
Differenz   9.225 EUR
Urlaubsgeld   1.500 EUR
Das gesamte Urlaubsgeld in Höhe von 1.500 EUR ist sozialversicherungspflichtig (9.225 EUR > 1.500 EUR).

Da die Beitragsbemessungsgrenze in der Renten- und Arbeitslosenversicherung höher liegt, erübrigt sich im vorliegenden Fall die Prüfung, ob die Beitragsbemessungsgrenze überschritten wird.

Hinweis

Einmalzahlungen bleiben bei der Ermittlung der Umlagen U1 und U2 außer Ansatz.

Praxis-Tipp

Im Entgeltabrechnungsprogramm ist in jedem Fall eine Lohnart der Gruppe ‹sonstiger Bezug und Einmalzahlung› auszuwählen, damit die Versteuerung und Beitragsabrechnung nach dem o. g. Schema ausgeführt wird.

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