Praxis-Beispiele: Aushilfsl... / 5 Rentnerbeschäftigung, Minijob
 

Sachverhalt

Im August wird eine Aushilfe auf 450-EUR-Basis unbefristet eingestellt. Der Mitarbeiter legt seine Steuer-Identifikationsnummer für den ELStAM-Abruf vor, so dass er mit seiner Steuerklasse I abgerechnet werden kann. Seit 1.7. erhält er eine Berufsunfähigkeitsrente und hat bis zu diesem Zeitpunkt Krankengeld erhalten. Er ist gesetzlich krankenversichert, die Beiträge werden von der Deutschen Rentenversicherung entrichtet. Er übt keine weitere Beschäftigung aus.

Dürfen Rentenbezieher auf Minijob-Basis beschäftigt werden?

Lösung

Grundsätzlich können Rentenbezieher auf Minijob-Basis beschäftigt werden. Bei Teilrentnern sind die Hinzuverdienstgrenzen zu beachten. Regelaltersrentner dürfen unbegrenzt dazuverdienen.

Übt ein Altersrentner ausschließlich einen Minijob mit einem Verdienst bis zu 450 EUR pro Monat aus, bleibt das Arbeitsverhältnis für den Beschäftigten versicherungsfrei in der Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung. Bei Rentnern, welche die Regelaltersrente noch nicht erreicht haben, besteht Versicherungspflicht in der Rentenversicherung. Der Arbeitnehmer kann sich allerdings auf Antrag von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen (Opt-out-Regelung).

Die Besteuerung kann nach den ELStAM erfolgen, da in den Steuerklassen I bis IV bei einem Verdienst von 450 EUR keine Lohnsteuer anfällt; so entfällt die Pauschalsteuer in Höhe von 2 % für den Arbeitgeber.

Der Arbeitgeber hat folgende Abgaben an die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See, Minijob-Zentrale zu leisten:

 
15 % Rentenversicherung
13 % Krankenversicherung
 
Abrechnung  
Aushilfslohn 450,00 EUR
Abzüge (bei RV-Freiheit) 0 EUR
Auszahlungsbetrag 450,00 EUR
   
Arbeitgeberbelastung  
Aushilfslohn 450,00 EUR
Rentenversicherung (15 %) 67,50 EUR
Krankenversicherung (13 %) 58,50 EUR
Gesamtbelastung 576,00 EUR
Zzgl. Umlagen  

Hinweis

Die Besteuerung nach den ELStAM ist unbedenklich, wenn der Arbeitnehmer keine weiteren steuerpflichtigen Einkünfte hat, z. B. aus selbstständiger oder gewerblicher Tätigkeit bzw. aus Vermietung und Verpachtung oder Kapitalvermögen. Das sollte in jedem Fall vorher erfragt werden.

Minijobs, die pauschal besteuert werden, bleiben bei der Einkommensteuer-Veranlagung außer Betracht.

Praxis-Tipp

Arbeitslohn, der nach den ELStAM besteuert wurde, wird bei der Veranlagung zur Einkommensteuer angerechnet. Bei Rentnern kann es dadurch zu einer Nachversteuerung kommen – vor allem, wenn noch andere Einkünfte vorliegen bzw. bei Ehepaaren ein Partner noch voll beschäftigt ist.

Bei Teilrentnern sind vor einer geringfügigen bzw. kurzfristigen Beschäftigung unbedingt die Hinzuverdienstgrenzen bei der Deutschen Rentenversicherung zu erfragen, da es bei Überschreiten zu einer Rentenkürzung kommt.

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