Personalgewinnung professio... / 7.7.4 Tipps für die Zusammenarbeit mit Zeitarbeitsunternehmen

Jedes Zeitarbeitunternehmen in Deutschland benötigt eine sog. Arbeitnehmerüberlassungserlaubnis, um Zeitarbeit gewerblich betreiben zu dürfen. Die zuständigen Landesarbeitsämter sind gleichzeitig Erlaubnisaussteller und Aufsichtsbehörde. Wenn Sie zum ersten Mal mit einem Ihnen unbekannten Zeitarbeitsunternehmen zusammenarbeiten, sollten Sie folgende Unterlagen zeigen lassen:

  • Erlaubnis Arbeitnehmerüberlassung.
  • Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamtes und der Berufsgenossenschaft.
  • Sozialversicherungsträger.

Wichtig

Erlaubnis einholen

Das Fehlen der Arbeitnehmerüberlassungserlaubnis führt zur Unwirksamkeit des Arbeitsvertrags zwischen Zeitarbeitsunternehmen und Leiharbeitnehmer und generiert einen Arbeitsvertrag zwischen Leiharbeitnehmer und Entleiher.

Die Arbeitnehmerüberlassung muss vor Beginn der Überlassung im Vertrag als solche ausdrücklich bezeichnet werden. Weiterhin haben Verleiher und Entleiher die Person des Leiharbeitnehmers vor Beginn der Überlassung unter Bezugnahme auf den Vertrag zu konkretisieren. Gesetzlich festgeschrieben ist, dass die Überlassung nicht länger als 18 aufeinander folgende Monate erfolgen darf. Die 18 Monate sind auf den Leiharbeitnehmer bezogen, nicht auf den Arbeitsplatz, auf dem er eingesetzt ist. Der Entleiher darf also alle 18 Monate den eingesetzten Leiharbeitnehmer zurückgeben und einen anderen Leiharbeitnehmer auf demselben Arbeitsplatz einsetzen. Nach mindestens dreimonatiger Pause darf derselbe Leiharbeitnehmer erneut für 18 Monate entliehen werden.

Wichtig

18-Monatsfrist beachten

Bei Überschreiten der 18-Monatsfrist wird das Arbeitsverhältnis zwischen Verleiher und Leiharbeitnehmer unwirksam und es entsteht ein Arbeitsvertrag zwischen Entleiher und Leiharbeitnehmer. Die 18-Monatsfrist kann von den Tarifparteien der Einsatzbranche - also nicht von der Zeitarbeitsbranche selbst – verlängert werden. Auch der Verstoß gegen die Pflicht zur Bezeichnung der Arbeitnehmerüberlassung als solche oder gegen die Konkretisierungspflicht führt zur Unwirksamkeit des Arbeitsvertrages zwischen Verleiher und Leiharbeitnehmer und einem Arbeitsverhältnis zwischen Entleiher und Leiharbeitnehmer.

Hinweis

Wahlrecht des Leiharbeitnehmers

In den Fällen, in denen wie oben beschrieben ein Arbeitsverhältnis mit dem Entleiher entstehen soll, kann der Leiharbeitnehmer erklären, dass er an dem Arbeitsvertrag mit dem Verleiher festhält. Dieses Wahlrecht schützt die Berufsfreiheit des Leiharbeitnehmers, indem er selbst entscheiden kann, bei welchem Arbeitgeber er bleiben will.

Stimmen Sie mit dem Zeitarbeitsunternehmen die Rahmenbedingung der Zusammenarbeit ab. Als Entleiher sind Sie verpflichtet, gesetzliche Kontrollmeldungen zu erstatten. Normalerweise übernimmt die Vorbereitung dieser Unterlagen das Zeitarbeitunternehmen. Da gerade im Zeitarbeitsumfeld große Kostenunterschiede liegen, lohnt sich hier ein kritischer Preis-/Leistungsvergleich verschiedener Anbieter. Auch finden sich im Internet mittlerweile Plattformen, auf welchen Sie Ihre Vakanz online stellen können. Da diese Plattformen in erster Linie Kunden im Zeitarbeitsumfeld haben, wird hier Ihre Anfrage automatisch an das gesamte Netzwerk weitergeleitet. So können Sie schnell und effektiv Angebote erhalten und vergleichen. Wenn Sie sich in Bezug auf ein Zeitarbeitsunternehmen nicht sicher sind, bitten Sie um eine Liste von Referenzkontakten, bei welchen Sie nachfragen können. Fragen Sie auch, wie das die Zeitarbeitsunternehmen die Einführung und Betreuung der Mitarbeiter im Kundeneinsatz gestaltet. Auch dies gibt Ihnen ein Gefühl für die Seriösität des Unternehmens.

Wichtig

Arbeitsbedingungen und gewünschtes Profil klären

Denken Sie daran, dass für den Leiharbeitnehmer die im Betrieb des Entleihers üblichen Arbeitsbedingungen einschließlich des Arbeitsentgelt gelten; d. h. der Verleiher hat die üblichen Arbeitsbedingungen des Betriebs des Entleihers und das entsprechende Arbeitsentgelt zu ­gewähren. Klären Sie genau, welches Anforderungsprofil und welche Qualifikation und Eignung Sie benötigen, damit Ihnen das Zeitarbeitsunternehmen auch das passende Profil anbieten kann. Gelten bei Ihnen im Unternehmen besondere Arbeitsschutzmaßnahmen, sollte dies von Anfang an zwischen beiden Parteien geregelt werden.

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