Jansen, SGB IV § 23c Sonsti... / 2.3.5 Nettoarbeitsentgelt für freiwillige Mitglieder von Krankenkassen und Versicherte von privaten Krankenversicherungsunternehmen
 

Rz. 19

Für freiwillig versicherte Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung und Versicherte eines privaten Krankenversicherungsunternehmens schreibt Satz 2 eine besondere Berechnung des Nettoarbeitsentgelts vor. Danach ist zur Ermittlung des Nettoarbeitsentgelts auch der um den Beitragszuschuss des Arbeitgebers verminderte Beitrag des Versicherten zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung abzuziehen, obgleich die freiwilligen Beiträge und die Prämien für das private Krankenversicherungsunternehmen keine gesetzlichen Abzüge sind. Die gilt auch für Arbeitgeberzuschüsse zu berufsständischen Versorgungseinrichtungen.

 

Rz. 20

Für die Ermittlung des Nettoarbeitsentgelt ist für den angeführten Personenkreis das im Bemessungszeitraum erzielte Bruttoarbeitsentgelt heranzuziehen. Die von dem Bruttoarbeitsentgelt gekürzten gesetzlichen Abzüge – Lohn- und Kirchensteuer sowie Solidaritätszuschlag – sind in voller Höhe zu berücksichtigen. Außerdem ist zunächst der volle Beitrag für die gesetzliche Krankenversicherung, der Prämie für das private Krankenversicherungsunternehmen sowie der Beitragszuschüsse des Arbeitgebers für Mitglieder berufsständischer Versorgungseinrichtungen einschließlich der für die nicht selbstversicherten Familienangehörigen, die in der privaten Krankenversicherung versichert sind, aufgewendeten Prämie, um den gemäß § 257 Abs. 1 oder Abs. 2 SGB V bzw. den nach § 172a SGB VI gezahlten Zuschuss des Arbeitgebers zum Beitrag bzw. zur Prämie zu kürzen. Der verbleibende Teil des freiwilligen Beitrags bzw. der Prämie ist dann zusätzlich zur Lohn- und Kirchensteuer sowie zum Solidaritätszuschlag für die Ermittlung des Nettoarbeitsentgelts vom Bruttoarbeitsentgelt zu kürzen.

 

Praxis-Beispiel

Ein verheirateter Arbeitnehmer mit 2 Kindern hat ein monatliches Bruttogehalt i. H. v. 4.500,00 EUR. Sein Nettoarbeitsentgelt – ohne Abzug der Beiträge für die private Krankenversicherung – beträgt 3.280,20 EUR. Als monatliche Prämie für die private Krankenversicherung zahlt der Arbeitnehmer 600,00 EUR. Von diesem Betrag wird der Arbeitgeberzuschuss für die private Krankenversicherung i. H. v. 279,23 EUR ­abgezogen, so dass das zuvor ermittelte Nettoarbeitsentgelt noch um (600,00 EUR – 279,23 EUR =) 320,77 EUR zu kürzen ist. Damit ist ein Betrag i. H. v. (3.280,20 EUR – 320,77 EUR =) 2.959,43 EUR als Nettoarbeitsentgelt für die Prüfung, ob das Krankentagegeld und der Zuschuss zum Krankentagegeld das Nettoarbeitsentgelt überschreiten, anzusetzen.

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