Innere Kündigung / 3.4 Mitarbeiter selbst

Aber auch im Umgang mit den Kollegen und insbesondere bei den inneren Emigranten selbst sowie in ihrem persönlichen Umfeld, gibt es zahlreiche Gründe für eine innere Kündigung. Fehlende Anerkennung und Wertschätzung sowie enttäuschte Erwartungen können zu Resignation und innerer Verabschiedung vom Betriebsgeschehen führen. Besonders bei jüngeren Mitarbeitern kann die Nichterfüllung beruflicher Erwartungen hinzukommen.

 

Gründe für eine innere Kündigung

Führungsfehler

  • Autoritärer Führungsstil
  • Mangelnde Informations- und Kommunikationsbereitschaft der Vorgesetzten
  • Keine regelmäßigen Gespräche mit den Mitarbeitern
  • Es werden Gespräche und Besprechungen abgehalten, deren Ergebnis bereits feststeht (Alibigespräche)
  • Den Mitarbeitern werden wenig Mitsprachemöglichkeiten eingeräumt
  • Fehlendes Vertrauen in die Mitarbeiter
  • Wenig Bereitschaft zur Delegation
  • Zusagen des Vorgesetzten werden nicht eingehalten
  • Willkürliche Eingriffe in den Kompetenzbereich des Mitarbeiters
  • Aufgaben aus dem Verantwortungsbereich des Mitarbeiters werden vom Vorgesetzten selbst bearbeitet
  • Keine Teilnahme der Mitarbeiter an Entscheidungsprozessen
  • Einseitige Zielvorgaben statt gemeinsamer Zielvereinbarung
  • Öffentliche Kritik
  • Wenig oder gar keine Anerkennung
  • Misstrauenskulturen, die durch übertriebene und willkürliche Kontrollen geprägt sind
  • Keine Zeit für die Mitarbeiter
  • Willkür bei Beförderungen
  • Persönliche Schwächen des Vorgesetzten (z. B. keine Bereitschaft eigene Fehler zuzugeben; entscheidungsschwach; Arroganz; "Schmücken mit fremden Federn")

Unternehmens- und organisationsbedingte Gründe

  • Unzufriedenheit mit dem Arbeitsentgelt
  • Zu wenig Selbstständigkeit
  • Zu wenig Freiräume für persönliche Entfaltung
  • Schlechte Arbeitsbedingungen, die vom Mitarbeiter nicht verschuldet sind und die er nicht beeinflussen kann
  • Schlechtes Betriebsklima
  • Unklare Aufgabenstellungen
  • Unbewegliche Organisationsstruktur
  • Keine Mitsprache bei organisatorischen Änderungen
  • Ausgeprägtes Hierarchie- und Statusdenken
  • Probleme mit den Kollegen (mangelhafte Kommunikation, Mitarbeiter wird nicht akzeptiert, fehlende Unterstützung
  • Streit, Mobbing
  • Keine Beteiligung an außerbetrieblichen Aktivitäten
  • Permanente Über- oder Unterforderung

Probleme, die in der Person des Mitarbeiters und in seinem privaten Umfeld liegen

  • Änderungen in der Organisation oder im Stellenprofil, die nicht akzeptiert werden
  • Angst vor technischen oder organisatorischen Änderungen
  • Unzufriedenheit wegen Fehleinschätzungen der eigenen Person und Leistungsfähigkeit
  • Mangelnde Konfliktfähigkeit
  • Mangelnde Durchsetzungsfähigkeit
  • Unsicherheit im Umgang mit Kollegen - Durch Weiterbildung erworbene Kompetenzen können nicht eingesetzt werden
  • Distanzierung von der beruflichen Tätigkeit und Verlagerung der Interessen auf das Familien- und/oder Freizeitleben
  • Geringer gesellschaftlicher Status der eigenen Arbeit
  • Das berufliche Engagement wird von der Familie nicht mitgetragen
  • Größere Anerkennung und Zuwendung im außerbetrieblichen Umfeld (z. B. in anderen Organisationen)
  • Typisches Phänomen in der Übergangsphase in den Ruhestand
  • Psychische Probleme (Depressionen, Burnout, Boreout)
  • Enttäuschung, weil die beruflichen Erwartungen nicht erfüllt wurden (z. B. mangelnde Aufstiegsmöglichkeiten)

Übersicht 1: Gründe für eine innere Kündigung

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