Corporate Culture: Betriebsklima und Unternehmenskultur

Zusammenfassung

 

Überblick

Ein gutes Betriebsklima, das auf einer entsprechenden Unternehmenskultur aufgebaut ist, gilt als wesentliche Voraussetzung für den langfristigen Unternehmenserfolg. Hieraus wäre zu folgern, dass es im Interesse jeder Unternehmensleitung liegen müsste, die Rahmenbedingungen für eine exzellente Unternehmenskultur zu schaffen und zu pflegen. Diese Absicht lässt sich auch aus vielen Unternehmens- und Führungsleitsätzen ablesen.

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten hingegen, wenn Kosten gespart werden müssen, und in denen auch bei den Personalkosten der Rotstift angesetzt wird, scheint in vielen Unternehmen die Unternehmenskultur aus dem Blickfeld zu geraten. Wo die Angst um den Arbeitsplatz umgeht, wo erhöhter Leistungsdruck ausgeübt wird, gerät das Betriebsklima immer stärker unter Druck. Das ist fatal, weil die Unternehmenskultur sich gerade in solchen Situationen bewähren müsste und ein gutes Betriebsklima wichtiger denn je ist.

Darüber hinaus ist eine klar definierte und gelebte Corporate Culture unerlässlich, um im Werben um stark umkämpfte Fachkräfte die Oberhand zu behalten.

1 Was ist Betriebsklima?

Betriebsklima ist die "Gesamtheit aller Faktoren, die auf den arbeitenden Menschen hemmend oder fördernd einwirken".[1] Man versteht unter dem Begriff Betriebsklima zugleich auch die Grundstimmung oder Atmosphäre, die in einem Betrieb oder Unternehmen herrscht.

 

Wichtig

Entstehen des Betriebsklimas

Nach soziologischen Untersuchungen entsteht das Betriebsklima aus der Spannung zwischen den Erwartungen, welche die einzelnen Mitarbeiter in den Betrieb mitbringen, und den tatsächlich dort vorgefundenen Arbeits- und Organisationsverhältnissen.

Die Erwartungen bestehen an die Arbeitsverhältnisse, an die Entlohnung, an die soziale Sicherheit – in erster Linie die Sicherheit des Arbeitsplatzes – und an die Behandlung durch die Vorgesetzten. Hinzu kommt die Aufnahme in das Team und die Akzeptanz durch die Kollegen. Da gerade die Art der Führung einen wesentlichen Einfluss auf Motivation und Engagement der Mitarbeiter hat, gibt es auch – mit Ausnahme kleinerer Betriebe – kein überall gleiches Betriebsklima. Je nach prägendem Einfluss der jeweils an der Spitze stehenden Führungskraft sollte man lieber von Ressort-, Bereichs-, Abteilungs- oder Teamklima sprechen.

2 Was ist Unternehmenskultur?

Unternehmenskultur oder Organisationskultur ist die deutsche Übersetzung des amerikanischen Begriffs "Corporate Culture". Der Begriff Firmenkultur hat erst Anfang der 80er-Jahre Eingang in den deutschen Sprachraum gefunden. Sie kann angesehen werden als ein

Zitat

  • Muster von Grundüberzeugungen,
  • das eine gegebene Gruppe in einem langen Lernprozess erfunden, entdeckt oder entwickelt hat,
  • um mit den Problemen der externen Anpassung und der internen Integration fertig zu werden.
  • Ein Muster, das lange genug funktioniert hat,
  • um von der Gruppe als wirksam und gültig anerkannt zu werden,
  • und das daher einem neu hinzugekommenen Mitglied vermittelt wird,
  • als die richtige Art, Probleme zu sehen und in Bezug auf diese Probleme zu denken und zu fühlen.[1]

Zur Unternehmenskultur gehören intern: die Gestaltung und Organisation der Leistungsprozesse und der Umgang der im Unternehmen tätigen Menschen miteinander. Extern zeigt sie sich in der Anpassung des Unternehmens an Umfeld und Umwelt, d. h. an die wirtschaftlichen Anforderungen des Marktes und die politischen und sozialen Rahmenbedingungen.

Unternehmenskultur kann auch als Charakter und Persönlichkeit eines Unternehmens bezeichnet werden.

 

Wichtig

Betriebsklima muss gelebt werden

Unternehmenskultur ist kein Programm oder "Glaubensbekenntnis", wie es in vielen Unternehmens- und Führungsleitsätzen verankert ist, sondern eine praktizierte Grundüberzeugung. Sie ist wenig greifbar, aber für die Menschen im Unternehmen dennoch deutlich wahrnehmbar.

2.1 Branchenkulturen

Die Kultur eines Unternehmens wird von zwei Faktoren wesentlich mitbestimmt: dem Markt mit seinen speziellen Anforderungen und Bedürfnissen (wirtschaftliche Bedingungen) und den vorherrschenden politischen und sozialen Bedingungen (gesellschaftliche Bedingungen). Nach ihren Ausprägungen und ihrer Zielrichtung kann man unterscheiden zwischen

  • Verkaufskultur,
  • Verwaltungskultur,
  • Investitionskultur,
  • Spekulationskultur.

Diese Kulturen erscheinen selten in "Reinkultur", sondern meist als "Kultur-Mix" mit besonderen Schwerpunkten. In vielen Unternehmenskulturen ist eine Hinwendung zur Kundenorientierung festzustellen. Dies gilt sogar für Organisationen mit Verwaltungsaufgaben. In einzelnen Bereichen eines Unternehmens können, je nach Aufgabenschwerpunkten, durchaus unterschiedliche Kulturen herrschen, die aber – zumindest nach außen hin – als Gesamtkultur in Erscheinung treten.

 

Praxis-Tipp

Passende Mitarbeiter einstellen

Wegen der verschiedenen Ausprägungen der Unternehmenskultur je nach Branche und Unternehmenszweck und den daraus folgenden unterschiedlichen Anforderungen an die Mitarbeiter ist es sinnvoll, bereits bei Auswahl und Einstellung auf "passende" Mitarbeiter zu achten: "Die...

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