bAV: Entgeltumwandlung / 1 Voraussetzungen für Begünstigung

Betriebliche Altersversorgung setzt nicht voraus, dass der Arbeitgeber die Leistungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbringt. Betriebliche Altersversorgung liegt auch dann vor, wenn künftiger Arbeitslohn des Arbeitnehmers zugunsten einer wertgleichen Anwartschaft auf Versorgungsleistungen herabgesetzt wird ("Deferred Compensation").[1] Entscheidend ist allein, dass der Arbeitgeber Versorgungsleistungen zur Absicherung mindestens eines der sog. biometrischen Risiken (Alter, Tod, Invalidität) zusagt und diese erst bei Eintritt des biometrischen Ereignisses fällig werden. Die Wertgleichheit kann auch außerhalb versicherungsmathematischer Grundsätze berechnet werden. Arbeitnehmer, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind, haben unter bestimmten Voraussetzungen einen Rechtsanspruch gegenüber dem Arbeitgeber auf Durchführung einer betrieblichen Altersversorgung durch Entgeltumwandlung.[2]

 

Praxis-Tipp

Entgeltumwandlung auch für geringfügig Beschäftigte

Auch für Arbeitnehmer, die im Rahmen einer geringfügig entlohnten Beschäftigung tätig werden (450-EUR-Minijob), besteht grundsätzlich Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung. Wird keine Befreiung von der Rentenversicherungspflicht beantragt, können auch Minijobber ihren Anspruch auf Entgeltumwandlung zugunsten betrieblicher Altersversorgung geltend machen.

Der Höhe nach ist der Anspruch auf Barlohnumwandlung auf 4 % der Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung (West) beschränkt, im Kalenderjahr 2018 also auf insgesamt 3.120 EUR (4 % von 78.000 EUR). Über eine Entgeltumwandlung kann grundsätzlich jeder der 5 Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung (Direkt-/Pensionszusage, Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds und Unterstützungskasse) finanziert werden.

Eine ganz oder teilweise durch Entgeltumwandlung finanzierte Zusage gilt regelmäßig mit Abschluss der erstmaligen Gehaltsänderungsvereinbarung als erteilt. Liegen zwischen der Gehaltsänderungsvereinbarung und der erstmaligen Herabsetzung des Arbeitslohns mehr als 12 Monate, gilt die Versorgungszusage erst im Zeitpunkt der erstmaligen Herabsetzung des Arbeitslohns als erteilt.

 

Wichtig

Verwaltungskosten für Clearingstelle

Kosten für eine sog. Clearingstelle, die Verwaltungsaufgaben für den Arbeitgeber im Zusammenhang mit der Durchführung von betrieblicher Altersversorgung wahrnimmt und vom Arbeitgeber auf den Arbeitnehmer abgewälzt werden sollen, können nicht durch Entgeltumwandlung finanziert werden. Die Beträge mindern das Nettoeinkommen des Arbeitnehmers. Der Arbeitnehmer kann entsprechende Beträge nicht als Werbungskosten geltend machen.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Personal Office Premium. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Personal Office Premium 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Artikel.



Meistgelesen