17.06.2011 | HR-Management

Zwischenbilanz zum Projekt "Anonyme Bewerbungen" positiv

Bei dem Test von Firmen und Behörden mit anonymisierten Bewerbungen sind bislang 111 Stellen besetzt worden. In den Personalabteilungen werde das Fehlen von persönlichen Angaben als unproblematisch bewertet, so die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders.

"Die Ergebnisse dieser Zwischenanalyse bestärken uns in der Auffassung, dass anonymisierte Bewerbungsverfahren auch in Deutschland mit seiner traditionellen Bewerbungskultur durchführbar sind", meint Lüders. Befürchtungen der Wirtschaft, das neue Verfahren sei zu aufwendig und kompliziert, hätten sich schon jetzt als nichtig erwiesen.

Bei dem auf ein Jahr angelegten Modellprojekt wird in der ersten Phase auf Fotos sowie auf die Angaben von Name, Alter, Geschlecht, Herkunft, Geburtsort und Familienstand verzichtet. Damit soll verhindert werden, dass etwa Bewerber mit ausländisch klingendem Namen oder allein stehende Frauen mit Kindern keine Einladung zu einem persönlichen Gespräch erhalten. Nach Angaben von Christine Lüders haben sich seit dem Start des Modellprojekts vor sechs Monaten mehr als 4.000 Jobsuchende in dieser Form beworben.

 

Teilnehmer denken über Fortsetzung nach

An dem Projekt beteiligen sich fünf Unternehmen, darunter die Post und die Telekom, das Bundesfamilienministerium, die Bundesagentur für Arbeit und die Stadtverwaltung in Celle. Nach Angaben des Oberbürgermeisters der niedersächsischen Stadt, Dirk-Ulrich Mende, will man nach den bisherigen Erfahrungen weiterhin mit dem Verfahren arbeiten. Auch ein Vertreter des Familienministeriums sagte, man denke über eine Fortsetzung nach.

Hinweis: Im Titelthema "Anonyme Bewerbungen" zeigt das Personalmagazin (Ausgabe 11/2010), was für und was gegen ein anonymisiertes Bewerbungsverfahren spricht.

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