19.07.2011 | HR-Management

Zeitarbeitsbranche will Leiharbeiter weiterbilden

Der iGZ, Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e.V., hat in seinem jüngsten Tarifvertragswerk mit den DGB-Gewerkschaften eine Klausel zur Qualifizierung und Weiterbildung von Zeitarbeitnehmern vereinbart. Seitdem treffen sich regelmäßig Projektgruppen des iGZ, um die Klausel in die Praxis umzusetzen.

Auf einer Fachtagung der Projektgruppe Weiterbildung und des iGZ-Arbeitskreises "Tarif" in Hannover wurden diese Ansätze nun zusammengetragen und diskutiert. Dazu gehörte auch ein Blick über den deutschen Tellerrand in die europäischen Nachbarländer. So erläuterte Unternehmensberater Norbert Katz beispielsweise das Modell in Frankreich, wo ein System mit einklagbarem Recht auf Weiterbildung eingeführt wurde, dessen Ziel es unter anderem sei, die Mitarbeiter in der Zeitarbeit zu halten.

 

Ziele der Qualifizierungsmaßnahmen

In zwei Workshops erarbeiteten die Teilnehmer auf dieser Basis mögliche Ansätze für ein Weiterbildungssystem in Deutschland: Ziele der Qualifizierung seien die Gewinnung und das Halten von Mitarbeitern, die Verbesserung der öffentlichen Wahrnehmung, die Entwicklung von Gleichwertigkeit in der Zeitarbeit, die Stärkung der Kernkompetenz von Zeitarbeit, eine engere Verzahnung mit und damit auch eine adäquatere individuelle Passgenauigkeit der von den Kundenunternehmen angeforderten Profile sowie die Erfüllung der politischen Vorgaben und eine Verbesserung des Branchenimages.

 

Weiterbildung als Mittel gegen den Fachkräftemangel

Wichtiger Aspekt, so Holger Piening, stellvertretender iGZ-Bundesvorsitzender, sei zudem die Qualifizierung von gering Qualifizierten, um dem stetig steigenden Fachkräftemangel zu begegnen. Umsetzbar sei das Modell in der Praxis beispielsweise via Verpflichtung über Zeitkontingente - einsatzfreie Zeiten werden gegengerechnet. Es sollen zudem Alternativfinanzierungsmodelle geprüft werden. Denkbar seien etwa auch eine Kostenbeteiligung der Arbeitnehmerschaft, die Anrechnung gegen Bildungsurlaub oder Mittel aus dem Europäischen Sozialfond (ESF). Die Projektgruppen vereinbarten schließlich weitere regelmäßige Treffen, um diese Ansätze weiterzuentwickeln. 

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