12.06.2012 | Zeitarbeit

Neue Kontakt- und Schlichtungsstelle nimmt die Arbeit auf

Vertreter der KUSS (von links): Professor Franz Josef Düwell, Holger Dahl und Torsten Oelmann
Bild: Wolfram Linke

Die Zeitarbeitsbranche fürchtet mit der Schlecker-Pleite einmal mehr um ihren Ruf. Für ein besseres Image soll der Ethikkodex des Interessenverbands Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (IGZ) sorgen. Die darin vorgeschriebene Kontakt- und Schlichtungsstelle KUSS hat nun ihre Arbeit aufgenommen.

"Was den Menschen im Gedächtnis bleiben wird, ist, wie die Schlecker-Eigner zur Maximierung ihrer Gewinne mit den Mitarbeitern umgesprungen sind. Wie sie diese aus Festanstellungsverträgen in flexiblere Arbeitsverhältnisse gedrängt haben", erklärt Sven Konzack. Der Geschäftsführer der Jobbörse für die Zeitarbeitsbranche "Timeworkers.de" befürchtet, dass ein schwarzes Schaf die gesamte Branche in Verruf bringe. Er stellt klar: "Das, was bei Schlecker vorgegangen ist, ist bei deutschen Zeitarbeitsunternehmen nicht die Regel. Die überwiegende Mehrheit geht sehr verantwortungsbewusst mit den eigenen Mitarbeitern um. Aber es gibt eben – wie in anderen Branchen auch – leider immer wieder Unternehmen, die ihnen zur Verfügung stehende Instrumente wie die Zeitarbeit missbräuchlich oder zumindest moralisch fragwürdig einsetzen."

Wer künftig eine Verstoß gegen den vom IGZ aufgestellten Ethikkodex melden will, kann sich an die Kontakt- und Schlichtungsstelle KUSS wenden. Ihre Aufgaben und Zuständigkeiten sind in den Inhalten des IGZ-Ethikodexes definiert. Sowohl die Kontakt- als auch die Schlichtungsstelle unterliegen aber keinerlei Weisungen des IGZ-Vorstands oder der Geschäftsstelle.

Anfragen, Beschwerden und Hinweise zum Kodex können sowohl telefonisch (0 30 / 25 76 28 47), per E-Mail (kontakt@kuss-zeitarbeit.de) oder über das Online-Kontaktformular (PDF unter www.kuss-zeitarbeit.de) dort eingereicht werden. Stellt die Kontaktstelle nach Prüfung fest, dass ethische Grundlagen des Kodexes verletzt werden, leitet sie die Anfrage an die Schlichtungsstelle weiter.

Auf dem neuen Internetauftritt der Institution unter www.kuss-zeitarbeit.de kann auch auf das IGZ-DGB-Tarifvertragswerk und den Ethikkodex zugegriffen werden. Dort werden zudem die drei Vertreter der KUSS, Professor Franz Josef Düwell, Holger Dahl und Torsten Oelmann (siehe Foto), vorgestellt.

Schlagworte zum Thema:  Zeitarbeit, Arbeitnehmerüberlassung

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