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| Work-Life-Balance

Viel Handlungsfreiheit – wenig Freizeit

Ihre Arbeitsweise können viele Arbeitnehmer selbst bestimmen, jedoch nicht das Arbeitspensum.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Viele Arbeitnehmer können weitgehend selbstständig bestimmen, wie sie arbeiten – allerdings endet ihre Mitbestimmung meist beim Arbeitspensum, so das Ergebnis einer Studie. Um diese Situation zu verbessern, sehen die Studienautoren die Personalverantwortlichen in der Pflicht.

Die gute Nachricht vorweg: Viele Arbeitnehmer in Deutschland können sich ihre Arbeit selbst einteilen und am Arbeitsplatz ihre eigenen Entscheidungen treffen – und das gilt nicht nur für Führungskräfte: Eine Befragung der FOM Hochschule und des Kompetenz-Centrums für Statistik und Empirie unter 850 Berufstätigen ist zu dem Ergebnis gekommen, dass 43 Prozent der Beschäftigten ziemlich viele Möglichkeiten zu eigenen Entscheidungen haben. Zwölf Prozent sagen, sie hätten sehr viele Möglichkeiten dazu. Auch die Art und Weise, wie sie ihre Arbeit gestalten, können 17 Prozent sehr viel, 46 Prozent ziemlich viel und 25 Prozent etwas bestimmen.

Auf eine Art gefordert, die nicht ein ganzes Leben durchzuhalten ist

Die Beschäftigten können demnach mehrheitlich entscheiden, wie sie arbeiten – allerdings nicht, wie viel: Bei der Frage danach, inwieweit sie ihre Arbeitsmenge beeinflussen können, gibt knapp jeder Dritte (32 Prozent) an, ziemlich wenig Einfluss darauf zu haben; jeder Fünfte (20 Prozent) hat demnach sogar sehr wenig Einfluss. Dass die Mitbestimmung der Berufstätigen in diesem Punkt begrenzt ist, könnte auch ein Grund dafür sein, dass sie die Herausforderungen der täglichen Arbeit als Überforderung wahrnehmen: Ein knappes Drittel (29 Prozent) gibt an, im Arbeitsalltag im vergangenen Jahr schon auf eine Art gefordert worden zu sein, die nicht ein ganzes Leben durchzuhalten sei. Ein Viertel (25 Prozent) stimmt dem eher zu, 22 Prozent teilweise.

Bei Stress stimmt etwas mit den Zielvereinbarungen nicht

Angesichts dieser Ergebnisse sehen die Studienautoren die Arbeitgeber in der Pflicht: "Wenn die Mitarbeiter über zu viel Arbeit und Stress klagen, stimmt mit den Zielvereinbarungen etwas nicht", kommentiert Professor Ulrike Hellert von der FOM Hochschule die Ergebnisse. Sie rät Führungskräften, die Zielvereinbarungen hinsichtlich der realistischen Erreichbarkeit zu überprüfen und die Beschäftigten an der Terminplanung zu beteiligen. Die Vorgesetzten sollten ihre Mitarbeiter auch konkret zu einer besseren Work-Life-Balance auffordern: "Achten Sie gleichzeitig auf erste Anzeichen von Überforderung, ermutigen Sie die Mitarbeiter regelmäßige Pausen zu nehmen und die Ruhezeiten einzuhalten", so Hellert. Zudem solle man ungestörte Arbeitsphasen und Erreichbarkeiten vereinbaren sowie Zeitseminare, Selbstmanagement oder Zielmanagementseminare anbieten.

Haufe Online Redaktion

Work-Life-Balance, Freizeit, Arbeitszeit

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