03.09.2012 | Arbeitszufriedenheit

Wohlbefinden entscheidet über Engagement am Arbeitsplatz

Weltweit sind die indischen Arbeitnehmer am zufriedensten.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Weltweit verändert sich die Motivation für das Engagement bei der Arbeit. Das Arbeitsumfeld und persönliche Faktoren entscheiden über das Engagement der Mitarbeiter. Das ist das Ergebnis einer Studie der Managementberatung Kienbaum und ihres Partners ORC International.

Die Studie stellt eine Entwicklung weg von führungsbezogenen Engagement-Treibern hin zum verstärkten Fokus auf die persönliche Arbeitssituation und das individuelle Wohlbefinden fest. Der Anspruch an die  physischen Bedingungen am Arbeitsplatz sei höher, außerdem solle die Tätigkeit die Mitarbeiter persönlich erfüllen. "Arbeitgebern muss es künftig auch gelingen, ihren Mitarbeitern ein stärkeres Gefühl der Sicherheit zu vermitteln", sagt Jan-Marek Pfau und schlägt zusätzlich konkrete Maßnahmen im Gesundheitsmanagement vor.

In Deutschland werden der Studie zufolge die Mitarbeiter  zu 67 Prozent von ihrer Arbeitsbelastung, ihrem Arbeitsumfeld und ihrer Tätigkeit angetrieben. Ihr Engagement sei darüber hinaus zu 33 Prozent von Sicherheitsaspekten und ihrem Wohlbefinden beeinflusst. Wollten deutsche Arbeitgeber ihre Mitarbeiter langfristig binden und motivieren, müssten sie sowohl deren Arbeit als auch ihrer Person Wertschätzung entgegenbringen.

Junge Mitarbeiter nur wenig engagiert

Große Unterschiede beim Engagement verzeichnet die Studie bei den unterschiedlichen Altersgruppen. So seien Mitarbeiter älter als 61 Jahre mit 61 Prozent am höchsten engagiert, jüngere Mitarbeiter zwischen 31 und 40 Jahren dagegen mit 55 Prozent am wenigsten. Die Altersgruppe der 21- bis 30-Jährigen oder jünger, auch bekannt als die "Generation Y", erreiche eine Zufriedenheit von 56 und 58 Prozent. "Die ältere Arbeitnehmergeneration gibt an, genau zu wissen, was von ihnen erwartet wird", erläutert Jan-Marek Pfau, Projektleiter der Studie bei Kienbaum. Darüber hinaus habe diese Generation offenbar Freude an täglich anfallenden Arbeiten.

Die Generation Y motivieren andere Aspekte. Sie schätze es, wenn Arbeitskollegen bereit seien einander zu helfen, auch wenn es nicht in ihren direkten Aufgabenbereich falle. Zudem sind die Jüngeren freizeitorientierter. Sie seien bestrebt, die richtige Balance zwischen Arbeits- und Privatleben zu finden. Und: Die durch das Internet an Transparenz und Offenheit gewöhnte Generation Y will wissen, welchen  Einfluss ihre Arbeit auf den gesamten Unternehmenserfolg hat. Weil diese Generation in den kommenden Jahren den größten Anteil der Arbeitskräfte stelle, sollten Unternehmen ihre Engagement-Strategien an ihre Bedürfnisse anpassen, empfehlen die Kienbaum-Berater.

Weltweit liegt Deutschland nur auf einem mittleren Engagement-Niveau

Im weltweiten Vergleich sind Mitarbeiter in Indien am zufriedensten. Das Land führt den Engagement-Index demnach seit drei Jahren an und erreichte 2012 eine Zufriedenheit von 78 Prozent. Den zweiten Platz im Ranking belegt Brasilien vor der Türkei. Auf Rang fünf wird China mit einem Engagement-Wert von 60 Prozent gelistet. Deutschland liegt mit einem Wert von 57 Prozent auf einem achten Platz und  damit noch knapp über dem weltweiten Zufriedenheitsdurchschnitt von 56 Prozent. Auf den hinteren Plätzen folgen Schweden, Frankreich und Japan mit einem Engagement-Wert von weniger als 50 Prozent sowie das Schlusslicht Hongkong, wo die Zufriedenheit der Mitarbeiter laut der Studie auf 43 Prozent gesunken sei.

Über die Studie

Für die Studie wurden 2012 nach Angaben von Kienbaum  mehr als 9.000 Mitarbeiter aus 19 Ländern der Wirtschaftsregionen Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien und Australien interviewt. Gefragt wurde nach ihrer Zufriedenheit mit ihrer Arbeitsaufgabe, ihren Weiterbildungsmöglichkeiten und der Anerkennung für ihre geleistete Arbeit. Die Studie wird seit 2010 jährlich durchgeführt.

Schlagworte zum Thema:  Arbeitszufriedenheit, Gesundheitsmanagement

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