| Wissensmanagement

Wie Unternehmen Anspruch und Wirklichkeit verbinden können

Modernes Wissensmanagement ist ohne Technik nicht zu leisten.
Bild: Haufe Online Redaktion

Wissensarbeit gewinnt eine immer größere Bedeutung. Doch das Wissensmanagement in den Unternehmen lässt häufig noch zu wünschen übrig. Wie es gelingen kann und Unternehmen ihre Wissensarbeiter erfolgreich binden können, verrät Stephan Grabmeier in der aktuellen Ausgabe des Personalmagazins.

Obwohl Wissensarbeit heutzutage in den meisten Unternehmen einen großen Stellenwert einnimmt, habe das Wissensmanagement noch nie richtig funktioniert: Davon ist Stephan Grabmeier, Chief Evangelist der Innovation Evangelists GmbH und ehemaliger Head of Culture Initiatives bei der Deutschen Telekom, überzeugt. In seinem Artikel in Ausgabe 08/2013 des Personalmagazins beschreibt er Anspruch und Wirklichkeit in der Wissensarbeit. Dabei vergleicht er seine eigene Unternehmenserfahrung mit den Ergebnissen des Forschungsprojekts "Wissensarbeiter und Unternehmen im Spannungsfeld", für das die Hays AG gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen PAC und der Gesellschaft für Wissensmanagement drei Befragungen durchgeführt hat.

Viele Unternehmen leben eine Abgrenzungskultur

Zu effizienter Wissensarbeit gehört zunächst die Zusammenarbeit und Vernetzung über Abteilungsgrenzen hinweg. In der Hays-Studie geben zwar 94 Prozent der befragten Führungskräfte an, diese Zusammenarbeit zu priorisieren. Das verwundert Grabmeier aber, hat er doch die Erfahrung gemacht, dass viele Unternehmen noch eine Abgrenzungskultur leben. Gerade in großen und heterogenen  Strukturen sei es wichtig, dass Wissensarbeit nicht mehr an Abteilungsgrenzen haltmache. Dabei müssten Führungskräfte  die Rolle des Moderators übernehmen, fordert er: Sie könnten Menschen zusammenbringen, indem sie Netzwerke bilden und bestehende "Wissenssilos" einreißen. Den Fachkräften gelänge dies nicht so leicht. Dieser Auftrag scheint schon in den Unternehmen angekommen zu sein, denn 85 Prozent der befragten Führungskräfte der Studie geben an, sich weniger als Experten denn als Coach der Wissensarbeiter zu begreifen.

Ein Merkmal von Wissensarbeit ist ihr wachsender Projektbezug, der die Arbeitnehmer nicht mehr so stark an einen Ort und feste Arbeitszeiten bindet. Dafür müssten sehr starre Prozesse aufgelöst werden, fordert der ehemalige Head of Culture Initiatives der Telekom. Auch hier legt die Studie der Hays AG nahe, dass die Unternehmen bereits auf einem guten Weg sind: 88 Prozent der Führungskräfte geben an, Ziele vorzugeben, aber die eigentliche Aufgabenerfüllung ihren Wissensarbeitern zu überlassen. Und schon 69 Prozent bieten ihnen Vertrauensarbeitszeit an.

Wie Führungskräfte Wissensarbeiter binden können

Jedoch sei die flexible Arbeit ohne moderne und soziale Technik nicht zu leisten, so der Chief Evangelist. Auch dies scheinen die Unternehmen bereits erkannt zu haben: Im Forschungsprojekt der Hays AG sagten 97 Prozent der Befragten, die Wissensarbeiter im eigenen Haus seien sehr gut ausgerüstet. Der Autor macht jedoch auch hier eine Diskrepanz zwischen Bewusstsein und Umsetzung aus, denn die meisten Unternehmen stünden noch gar nicht richtig in den Startlöchern, um Wissensarbeitern das nötige Equipment zu bieten. Eine Möglichkeit zur Optimierung der Wissensarbeit sieht Grabmeier in Cloud-Lösungen: Damit könnten sich die Unternehmen nach seinen Erkenntnissen 60 bis 70 Prozent der IT-Infrastrukturkosten sparen.

Aus den Ergebnissen leitet Grabmeier fünf Handlungsempfehlungen für Führungskräfte ab, die Wissensarbeiter binden wollen:

  • "Wissen als strategische Ressource nutzen": Dafür sollten Führungskräfte selbst das Bild von der Wissensarbeiterorganisation bestätigen und leben.

  • "Wissensarbeiter nicht mit Routinetätigkeiten binden": Wissensarbeiter sind keine Teamassistenten und sollten ihrer hohen Qualifikation entsprechend eingesetzt werden.

  • "Vernetzung und Austausch über soziale Medien sind ein Lernprozess": Gerade jüngere Wissensarbeiter, die soziale Medien gut beherrschen, können dies vorantreiben.

  • "Externe Wissensarbeiter stärker als Know-how-Lieferanten nutzen": Unternehmen sollten prüfen, wie sie externes Wissen besser einbinden können.

  • "Fest angestellte Wissensarbeiter gekonnt ködern": Personalentwicklungs- und Mitarbeiterbindungsprogramme müssen auf die Bedürfnisse der Wissensarbeiter zugeschnitten werden.

Den kompletten Artikel "Anspruch und Wirklichkeit" lesen Sie in Ausgabe 08/2013 des Personalmagazins.

Schlagworte zum Thema:  Wissensmanagement, Unternehmen

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