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Bild: Haufe Online Redaktion

Mitarbeiterqualifizierung und Digitalisierung der HR-Prozesse sind die wichtigsten Ziele, die HR sich selbst bis zum Jahr 2020 gesetzt hat. Das zeigt der HR-Software-Monitor. Einzelheiten dazu und überraschende Ergebnisse zu den Themen Big Data und Feedback.  

Was sind die wichtigsten Ziele, die HR sich selbst bis zum Jahr 2020 setzt? Diese Frage wurde in der Befragung zum HR-Software-Monitor an 214 Teilnehmer gestellt (Ergebnisse im Detail auch in der Infografik oben).

Die wichtigsten HR-Ziele bis 2020

Das daraus entstandene Ranking der wichtigsten HR-Ziele zeigt, dass die Qualifizierung der Mitarbeiter und die damit verbundenen HR-Prozesse das zentrale Thema der HR-Bereiche ist. Nahezu genauso bedeutend stufen die Unternehmen mittlerweile die Digitalisierung der HR-Prozesse ein, noch vor den strategischen Personalthemen. Big Data und Feedback-Prozesse spielen hingegen eine geringe Rolle.

Mitarbeiterqualifikation und Digitalisierung: HR-Ziele für alle

Betrachtet man die Ergebnisse gesondert nach Unternehmensgrößen, zeigt sich, dass die Befragten sich über die Unternehmensgröße hinweg bei der Bedeutung der HR-Ziele häufig einig sind: Mitarbeiterqualifikation und Digitalisierung sind für alle die neuen Top-Themen. Insgesamt betrachtet folgen auf dem dritten Platz die strategischen Personalthemen, die resultierend aus dem demografischen Wandel, dem Wertewandel und dem Fachkräftemangel zu neuen Herausforderungen in den Personalbereichen führen.

Ein einheitliches Bild bietet sich auch bei dem Ziel "Begleitung von Veränderungsprozessen", das von durchschnittlich knapp einem Viertel der Teilnehmer zu den wichtigsten Zielen bis 2020 zählt. Genauso sind sich große und kleine Unternehmen beim Ziel "Ausbau der strategischen Personalplanung" einig: Dies wird von jeweils rund 20 Prozent genannt.

Die Intensivierung des Talent Managements ist bei allen Unternehmen eher ein nachrangiges Ziel. Auch die Optimierung der Nachfolgeplanung und die Senkung der Personalverwaltungskosten spielen eine eher untergeordnete Rolle, egal bei welcher Unternehmensgröße.

Unterschiede von KMU und Großunternehmen: vor allem bei Prozessoptimierung und Recruiting

Bei einigen Zielen ergeben sich aber auch größere Unterscheide in der Bewertung ihrer Bedeutung. Vor allem die Optimierung der Personalverwaltungsprozesse spielt eine unterschiedliche Rolle in den Unternehmen: 37 Prozent der mittelständischen Unternehmen haben dies als wichtiges Ziel angegeben und nur 19 Prozent der Großunternehmen. Vermutlich besteht bei kleineren Unternehmen noch mehr Potenzial, die Effizienz zu steigern, als bei Unternehmen mit mehr als 2.500 Mitarbeitern.

Auch beim Ziel „Verbesserung des Recruiting-Prozesses“ sehen große und kleinere Unternehmen den Stellenwert unterschiedlich: Gut ein Viertel der Unternehmen mit mehr als 2.500 Mitarbeitern geben es als wichtiges Ziel bis 2020 an. Währenddessen bestätigen dies nur weniger als ein Fünftel der kleineren Unternehmen. Eventuell haben die größeren Unternehmen bei diesem zukunftsweisenden Thema schneller erkannt, dass hier Handlungsbedarf besteht, wenn man im Kampf um qualifiziertes Personal bestehen möchte.

Performance Management und Big Data für größere Unternehmen wichtiger

Die Verbesserung des Performance Managements steht bei den größeren Unternehmen ebenso weiter oben auf der Agenda als bei den kleineren. Circa doppelt so viele Befragte von den größeren als von den kleineren Unternehmen nennen dieses Ziel. Großunternehmen engagieren sich in diesem Bereich somit deutlich stärker und treiben die Entwicklung des Performance Managements schneller voran.

Das Thema "Ausbau des HR-Reportings/Big Data" spielt in beiden Unternehmensgrößen eine recht geringe Rolle - was überraschend ist angesichts der vielen Diskussionen um das Thema Big Data. In größeren Unternehmen ist die Bedeutung dabei noch etwas höher als bei den kleineren: 18 Prozent der Befragten aus Großunternehmen sehen es als wichtiges Ziel und nur zwölf Prozent der kleineren Unternehmen. Hier gibt es vermutlich bei kleineren Unternehmen einen gewissen Nachholbedarf gegenüber größeren Unternehmen.

Bessere Feedback-Prozesse kein HR -Ziel 

Auf dem letzten Platz bei allen Befragten landet das Ziel „Verbesserung des Feedback-Prozesses“ - wobei auch hier die Großunternehmen mit elf Prozent im Gegensatz zu fünf Prozent bei den Kleinunternehmen diesem Ziel noch etwas mehr Bedeutung beimessen. 

Insgesamt ist dies überraschend: Sowohl seitens der globalen Trends, der Fachpresse sowie der Softwarehersteller wird diesem Thema eine äußerst hohe Priorität zugeschrieben. Fast alle Unternehmen bestätigen auch bei der Trendbefragung die wachsende Bedeutung von Feedback und Anerkennung. Auf ihre Ziele hat dies bisher jedoch wenig Auswirkung, so hat nur etwa jeder zehnte Teilnehmer der größeren Unternehmen dieses Ziel priorisiert und nur jeder zwanzigste der kleineren Unternehmen.

Zum HR Software Monitor:

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Schlagworte zum Thema:  Digitalisierung, HR-Software, Software, Software-Anbieter

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