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DAX-Unternehmen: Wenig Transparenz in Führungs- und Gesundheitsfragen

Gute Noten für Eon: Der Energieversorger betreibt laut Human-Capital-Transparency-Monitor (HCTM) die transparenteste Personalpolitik aller DAX-30-Unternehmen. Kaum Einblick in ihre Mitarbeiterführung gewähren dagegen Thyssen Krupp und Infineon. Peter Friederichs, Studienleiter des HCTM, sieht hier noch einen großen Bedarf an mehr Transparenz.

Der Human-Capital-Transparency-Monitor (HCTM) gibt Einblick in die Personalpolitik der großen Konzerne. Jährlich wertet der Human Capital Club dafür die Internet-Auftritte der DAX-30-Unternehmen aus, insbesondere deren Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichte, Sozial- und Personalinformationen. Die Ergebnisse zeigen, dass E.ON mit 3.09 von maximal möglichen 4.00 Punkten das Feld der DAX-Unternehmen in positiver Außendarstellung klar anführt vor SAP (2.78), Münchner Rück (2.76), Volkswagen (2.75) und BASF (2.72). Am schlechtesten schneiden HypoRealEstate (0.71), Thyssen Krupp und Infineon (jeweils 1.40), Fresenius Medical (1.57) und Deutsche Börse (1.78) ab.

In der im September 2008 in der Financial Times Deutschland vorgestellten ersten Studie des HC-Transparency Monitor war BMW noch Spitzenreiter in der Transparenz der Personalpolitik. Heute liegt das Unternehmen auf Platz 12. Dazu Peter Friederichs, Vorstandsvorsitzender des Human Capital Clubs: "Insgesamt hat sich die HC-Transparenz seit 2008 prägnanter entwickelt. Doch die DAX-Konzerne haben immer noch nicht die Notwendigkeit erkannt, neben der Offenlegung ihrer Bilanzen auch offener über ihre Personalarbeit und -politik zu berichten. Wenn es um den Wettbewerb um qualifizierte Fach- und Spitzenkräfte geht, sollten sich Unternehmen bewusster sein, dass der 'war for talents' bereits in der Außendarstellung beginnt."

CSR gut, Gesundheitsmanagement vernachlässigt

Die Bewertung durch den HCC wird für jedes Unternehmen anhand klarer Kriterien vorgenommen. Dabei wird ein Durchschnittswert über  11 Indikatorenbündel und 34 Einzelindikatoren gebildet.

Auf gesellschaftlicher Ebene werden zum Beispiel die Beschäftigungs- und Ausbildungssituation, auf mitarbeiterbezogener Ebene das Gesundheitsmanagement und die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie unter die Lupe genommen. Vergleichsweise gute Bewertungen erzielen die DAX-Unternehmen in der Außendarstellung ihrer Corporate Social Responsibility (durchschnittliche Punktzahl von 3.00). Viele Unternehmen präsentieren heute einen entsprechenden Nachhaltigkeits- und Sozialbericht. Vergleichsweise viele Informationen liegen auch zur Aus- und Weiterbildungssituation in den Unternehmen vor. Hingegen zeigen sich die DAX-Unternehmen wenig transparent in Bezug auf ihre Programme zur Sicherung von Führungsqualität, Kundenzufriedenheit und Gesundheit im

Ingesamt sehen Peter Friederichs und PD Dr. Glaser, wissenschaftlicher Leiter der Studie, noch einen großen Bedarf an personalpolitischer Transparenz bei den Unternehmen. Die regelmäßige Veröffentlichung des HCTM soll die Unternehmen ermuntern, deutlich offener mit ihrer Personalpolitik umzugehen.

Informationen zur Studie

Der HC Transparency Monitor dient dem Ziel, dass Firmen deutlicher als bisher der Öffentlichkeit zeigen, was sie aktiv tun, um ihr Human Capital nachhaltig zu fördern. Der HCC e.V. legt von jedem DAX-Unternehmen eine detaillierte Studie vor und bietet den beurteilten Unternehmen diese Studie in Verbindung mit einem kostenfreien Beratungsgespräch zur Erläuterung der unternehmensspezifischen Ergebnisse an.

Kontakt: Peter Friederichs, Vorsitzender des Vorstandes des HCC e.V., Tel. 089-90199546

Friederichs@humancapitalclub.de

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