23.12.2011 | HR-Management

Weltweiter Vergleich: Frauenanteil in der Führungsetage

Die Debatte geht nun schon eine Weile: In Deutschland sind immer noch nur wenige Frauen in denFührungsetagen vertreten. Nun hat Deloitte noch einmal den weltweiten Vergleich gezogen. Das Ergebnis: Deutschland bewegt sich im unteren Mittelfeld.

In Deutschland stellt sich die Situation als optimierungsfähig dar, so die Deloitte-Studie "Women in the Board Room: A global Perspective". Mit einem Anteil von 8,2 Prozent Frauen in den Aufsichtsräten von 600 durch die Universität Karlsruhe im Jahr 2008 untersuchten Unternehmen bzw. 11,2 Prozent bei 81 im Rahmen einer Studie von GovernanceMetrics im März 2011 gelisteten Konzernen liegt Deutschland international etwa im Mittelfeld – der Abstand zu Spitzenreitern wie Skandinavien, aber auch anglophonen Ländern ist jedoch deutlich.

Dabei stehen ausreichend qualifizierte Bewerberinnen zur Verfügung, sodass die Corporate-Governance-Kommission empfohlen hat, künftig für mehr Vielfalt in den Vorständen zu sorgen. Daneben existieren in Deutschland zahlreiche Initiativen für mehr Diversität in Führungs- und Aufsichtsgremien.

Die Empfehlung des deutschen Corporate Governance Kodex 2010 ist zwar nicht bindend, Unternehmen sind jedoch verpflichtet, die Nicht-Beachtung zu begründen. Einzelne Unternehmen treffen hier eigene Regelungen: So hat die Deutsche Telekom im März 2010 als erstes Dax-30-Unternehmen eine eigene Quote eingeführt, die mindestens 30 Prozent weibliche Führungskräfte bis 2015 vorsieht.

 

Die Quote: Erfahrungen im Ausland

Norwegen mit seiner hohen Frauen-Repräsentanz war das erste Land, das eine verbindliche Quote eingeführt hat. Inzwischen gibt es sie unter anderem auch in Spanien, in Frankreich, den Niederlanden, Italien und Belgien – und auch Indien plant ihre Einführung. Keine Quotenregelung besteht – abgesehen von Deutschland – in den USA, Kanada, Australien, Großbritannien, Neuseeland, China, Singapur und Malaysia.

"Der Report zeigt, dass nicht zwingend ein Zusammenhang zwischen einer Quote und einem höheren Frauenanteil im Top-Management besteht. Beispiele dafür sind die USA und Australien. Der Anteil liegt dort knapp über 15 Prozent, während Norwegen und Frankreich, beide mit Quote, in dieser Hinsicht deutlich weiter sind", schließt Claus Buhleier.

 

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