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| HR-Arbeit

Weltmarktführer machen nur durchschnittliche Personalarbeit

Deutschlands erfolgreichste Unternehmen haben auch dunkle Seiten. Das zeigt eine Untersuchung ihrer HR-Arbeit.
Bild: B. Stolze ⁄

Deutsche Weltmarktführer sind im Hinblick auf ihre Personalarbeit nur Durchschnitt. Der Mehrwert von guter Personalarbeit wird zwar erkannt, trotzdem wird das wirtschaftliche Potenzial der HR-Abteilung nicht ausgenutzt. Das zeigt eine Studie von ADP.

Für die Studie ließ ADP mehr als 50 der deutschen Weltmarktführer zu Ihrer Personalarbeit befragen. Dabei zeigte sich, dass insbesondere die Rolle als Business-Partner und die Rolle als administrativer Experte von HR nur ungenügend ausgefüllt werden. Im administrativen Bereich werden trotz der historisch eher administrativen Prägung wichtige Kennzahlen wie Betreuungsquoten oder die Kosten pro Abrechnung höchstens von jeder fünften Abteilung erhoben.

Schlechte Performance als Business-Partner

Auch der Verantwortung für die Strategieentwicklung wird nur mittelmäßig nachgekommen: Rund 41 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, keine interne Personalplanung beziehungsweise kein internes Personalcontrolling als Teil ihres HR-Bereichs zu haben. 17 Prozent gestanden darüber hinaus sogar ein, nicht zu reagieren, wenn die tatsächlichen Personalkosten nicht mit den geplanten Personalkosten übereinstimmen. Der Anteil der Unternehmen, die die Qualität der Personalkostenplanung erheben, liegt bei lediglich 44,1 Prozent.

Rolle als Coach erkannt

Die Aufgabe als Weiterbilder und Personalentwickler haben immerhin 75 Prozent der befragten Personaler der weltmarktführenden Unternehmen erkannt. Für die Hälfte gehört es zum Leistungsumfang von HR auch in Veränderungsprozessen einbezogen zu sein und die Unternehmensziele durch gezielte Strategieentwicklung zu erreichen.

In der Praxis allerdings werden auch diese Vorstellungen laut der ADP-Untersuchung nur mangelhaft umgesetzt: hinsichtlich geplanter Personalentwicklung und -förderung besetzen nur 26 Prozent der Unternehmen Führungspositionen mit internen Mitarbeitern.

Wandel der Personalarbeit

Die Studie sieht jedoch einen Wandel der Personalarbeit voraus. Während ein Gros (75 Prozent) der Personalarbeit derzeit in operativen Tätigkeiten steckt, soll HR, so die Studienautoren, künftig mit 40 Prozent für die Effizienzsteigerung eines Unternehmens verantwortlich sein und 20 Prozent der strategischen Aufgaben übernehmen.

Haufe Online Redaktion

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