10.05.2013 | Weiterbildung

Trainingsangebote sind beliebt, aber verbesserungsfähig

Gerade Seminarangebote erfreuen sich großer Beliebtheit.
Bild: Project Photos GmbH & Co. KG

Über die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer legt Wert auf Weiterbildung, belegt eine neue Studie. Dabei zeigen sich die befragten Beschäftigten zielorientiert: Das neu gewonnene Wissen soll vor allem für neue Aufgaben qualifizieren. Beim Seminarangebot sehen die Befragten Verbesserungsbedarf.

Für den aktuellen "Global Workforce Index" wurden knapp 120.000 Personen in 31 Ländern befragt, davon über 1.400 in Deutschland. Dabei zeigen sich Deutschlands Arbeitnehmer zielstrebig: 22 Prozent suchen demnach gezielt nach Möglichkeiten für Trainings oder andere Weiterbildungsmaßnahmen. Weitere 35 Prozent denken über eine Optimierung ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten nach. Ziel beider Gruppen sei es dabei, sich für neue Arbeitsbereiche und Aufgaben zu qualifizieren, so das Ergebnis der Befragung.

Im internationalen Vergleich liegen die Deutschen mit ihrem Wunsch nach Weiterbildungsangeboten demnach im Durchschnitt. Allerdings sei es ihnen laut Studie wichtiger als ihren internationalen Kollegen, sich innerhalb ihres Unternehmens weiter zu entwickeln: 61 Prozent der Deutschen verfolgen nach eigener Auskunft dieses Ziel. Weltweit behaupten dies nur 42, europaweit 44 Prozent. Dafür ist der Anteil jener, die Zusatzqualifikationen vor allem für eine eigene Geschäftsgründung nutzen wollen, in Deutschland mit 14 Prozent deutlich niedriger als global – hier ist es ein Fünftel.

Zu den konkreten Weiterbildungsformen befragt, gaben die deutschen Studienteilnehmer zu 63 Prozent an, die Teilnahme an einem Seminarangebot zu bevorzugen. International teilten gerade einmal 26 Prozent der Befragten diese Vorliebe. Ein weiterer Unterschied: Lernen durch Erfahrung spielt für deutsche Arbeitnehmer offensichtlich keine so große Rolle wie für ihre Kollegen in anderen Ländern. So sind hierzulande 58 Prozent der Ansicht, dass Berufserfahrung elementar sei, um Kompetenzen zu entwickeln, international finden das immerhin 70 Prozent.

Arbeitnehmer sehen Verbesserungsbedarf bei Seminarangebot

Die Autoren der Studie kommen zu dem Ergebnis, dass viele weiterbildungswillige Arbeitnehmer neue berufliche Aufgaben in ihrem Betrieb anstreben, also ihre Zukunft bei ihrem derzeitigen Arbeitgeber sehen. Aber dabei gibt es noch Verbesserungspotenzial: Gefragt, ob die bestehenden Angebote geeignet seien, den eigenen beruflichen Werdegang im Unternehmen zu beschleunigen, stimmten in Deutschland 23 Prozent zu. 26 Prozent hatten keine Meinung und 36 Prozent waren sogar völlig anderer Ansicht. Das steht in klarem Gegensatz zum internationalen Ergebnis: Sowohl weltweit wie auch in Europa waren über 50 Prozent zufrieden mit den bestehenden Weiterbildungsangeboten, unzufrieden zeigten sich nur jeweils 14 Prozent.

Glaubt man einer kürzlich veröffentlichten Studie des Statistischen Bundesamts, müssten die Arbeitnehmer mit ihren Weiterbildungswünschen bei den Unternehmen offene Türen einrennen – zumindest, wenn der Trend von 2010 anhält. Die Erhebung des Bundesamts kommt nämlich zu dem Schluss, dass in jenem Jahr 73 Prozent der deutschen Unternehmen Weiterbildungsmaßnahmen zur Qualifizierung ihrer Beschäftigten nutzten. Im Vergleich zur letzten derartigen Befragung aus dem Jahre 2005 bedeutet das einen Anstieg von drei Prozent.

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