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Wirtschaftstrainer reichen Petition gegen das Jahressteuergesetz 2013 ein

Der Bundesrat muss kommende Woche über das Jahressteuergesetz 2013 beraten.
Bild: Haufe Online Redaktion

Mit einer Petition an den Deutschen Bundestag hat der Q-Pool 100 e.V. auf das geplante Jahressteuergesetz 2013 reagiert. Wie schon der Deutsche Steuerberaterverband in einer offiziellen Stellungnahme befürchtet auch Q-Pool, dass mit dem Gesetz hohe Kosten auf die Weiterbildungsanbieter zukommen.

Der Gesetzesentwurf, der am 23. November 2012 im Bundesrat beraten werden soll, sieht wie bereits berichtet vor, Bildungsleistungen von der Umsatzsteuer zu befreien. Weiterbildungsanbieter dürfen somit keine Umsatzsteuer mehr erheben. Aus Sicht von Q-Pool, die offizielle Qualitätsvereinigung internationaler Wirtschaftstrainer und -berater, hat das für die Trainingsakademien und in der Folge auch für deren Zulieferer und Vermieter bedrohliche Auswirkungen. Mit der Petition sollen dem Gesetzgeber die Gefahren bewusst gemacht und ein öffentlicher Diskurs angestoßen werden.

Ruinöse Kostensteigerungen für Weiterbildungsanbieter zu erwarten

Konkreter Knackpunkt des geplanten Umsatzsteuergesetztes: Mit der Umsatzsteuerbefreiung für Bildungsleistungen entfällt für Weiterbildungsanbieter die Möglichkeit des Vorsteuerabzugs für alle Eingangsleistungen wie Reisekosten, die Miete für Seminarräume, Einkauf und Einsatz von freiberuflichen Trainern, Marketing, Druck- und Werbekosten, Lehrmittel-Produktion und Investitionen. Das heißt, dass die Mehrwertsteuer für diese oft sehr erheblichen Eingangsleistungen für die Trainingsanbieter zum Kostenfaktor werden würde, weil sie selbst in Zukunft diese Steuer faktisch zahlen.

Nach Schätzungen belaufen sich die Kostensteigerungen auf rund 15 Prozent und mehr. "Das Gesetz gefährdet die gesamte Weiterbildungsbranche des Firmenkundengeschäfts. Zu den ruinösen direkten Auswirkungen, zieht es weitere mittelbare Folgen nach sich und löst eine wahre Kettenreaktion im Markt aus", warnt Dieter Hohl, Präsident des Q-Pools.

Ein Beispiel: Da Honorare bei Kunden nicht 1:1 erhöht werden können, führt das zu einem drastischen Margenverfall, weniger Gewinn und in der Folge weniger Investitionen. Dies lässt wiederum Einsparungen bei den Personalkosten und gar Entlassungen von Mitarbeitern bei den gewerblichen Bildungsanbietern erwarten.

Hinweis: In Ausgabe 10/2012 der "wirtschaft + weiterbildung" lesen Sie ausführlich, welche Folgen das Jahressteuergesetz 2013 für Weiterbildungsakademien, Trainer und Personalentwickler haben könnte.

 

 

Haufe Online Redaktion

Weiterbildung, Jahressteuergesetz 2013, Umsatzsteuer

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