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Führungskräfte als "Lern-Coachs"?

Um die Weiterbildung in Unternehmen zu stärken, empfehlen die Autoren einer aktuellen Studie, dass Führungskräfte künftig in Rolle des "Lern-Coachs" auftreten sollten.
Bild: Haufe Online Redaktion

Weiterbildung ist in Deutschland noch nicht im Berufsalltag angekommen, lautet das Ergebnis einer aktuellen Studie der Vodafone-Stiftung. Die Autoren empfehlen vor allem Führungskräften, ihre Rolle neu zu definieren und die Weiterbildungskultur künftig als "Lern-Coachs" zu forcieren.

In deutschen Unternehmen ist Weiterbildung für die Mitarbeiter trotz wachsender Anforderungen im Berufsleben offenbar immer noch unterentwickelt. So sieht laut einer aktuellen Umfrage im Auftrag der Vodafone-Stiftung nur etwa jeder zwölfte Beschäftigte (acht Prozent) die Lernkultur in seiner Firma als gut oder sehr gut an. Und kaum jeder Zehnte fühlt sich von seinem Vorgesetzten gut bis sehr gut beim Lernen unterstützt.

Die Beschäftigten als Coachs begleiten

Die kürzlich veröffentlichte Studie "Gebrauchsanweisung fürs lebenslange Lernen" stützt sich auf die Befragung von mehr als 10.000 Mitarbeitern aus Betrieben unterschiedlicher Größen und Branchen in ganz Deutschland. Fast 80 Prozent der Befragten befürchten negative Auswirkungen, falls sie sich nicht fortbilden, lautet eine zentrale Einsicht aus der Untersuchung. Führungskräfte müssten daher ihre Rolle neu definieren und als "Lern-Coachs" Beschäftigte in Weiterbildungsprozessen begleiten, sagte Studienleiterin Nele Graf.

Weiterbildung ist nicht nur Sache der Führung

Die Mehrheit der Befragten sieht jedoch nicht nur die Unternehmen, sondern auch sich selbst in der Pflicht: Nicht einmal ein Viertel der Befragten (23 Prozent) gibt an, beim Lernen ein gutes Durchhaltevermögen zu haben. Lediglich 27 Prozent meinen, dass sie das neu Gelernte erfolgreich in den Arbeitsalltag übersetzen können.

Drei Arten von Lernern

Erwachsene zeigen der Studie zufolge drei Arten des Lernverhaltens, die bei der Weiterbildung berücksichtigt werden sollten: "Aktivisten" seien neugierig und praktisch orientiert - sie lernten am liebsten durch eigene Erfahrung. "Beobachter" seien hingegen zurückhaltend und bevorzugten es, anderen erst einmal bei Übungen zuzusehen - für sie sind Hospitationen offenbar die beste Lernmethode. "Nachdenker" schließlich zeichneten sich durch analytisches Denken aus. "Sie möchten verstehen, wie Dinge funktionieren, und sammeln dazu gerne erst Fakten und Informationen, um sich neuen Lerngegenständen zunächst gedanklich zu nähern", heißt es in dem Weiterbildungsreport der Vodafone-Stiftung.

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