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Digitale Transformation in der Bildung?

Die Digitalisierung erfordert Bildungsangebote nach Maß - viele Business Schools haben hierzu bereits passende Konzepte.
Bild: Corbis

Die Digitalisierung verändert auch die Anforderungen an Bildungseinrichtungen. Der "Horizon Report 2016" hat den Zusammenhang untersucht und die Notwendigkeit ausgemacht, Bildungsangebote stärker zu individualisieren – gerade Business Schools verfolgen bereits entsprechende Konzepte.     

Mobiles Arbeiten ist heute selbstverständlich: Bereits mehr als die Hälfte der Berufstätigen in Deutschland arbeitet teilweise oder ausschließlich mobil, das hatte jüngst die Studie „Mobiles Arbeiten“ der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW) ergeben. Allerdings ist die Loslösung vom klassischen Büroarbeitsplatz nur ein Symptom der digitalen Transformation: Mit den neuen Arbeitsformen gehen auch neue Anforderungen einher, die ein Job im digitalisierten Umfeld an die Beschäftigten stellt. In diesem Zusammenhang ergab die HTW-Studie, dass insbesondere die sogenannten Selbstkompetenzen künftig wichtiger würden – dazu zählen Flexibilität, Verantwortungs- und Leistungsbereitschaft sowie Zuverlässigkeit.

Flexibilität als Schlüsselkompetenz und Herausforderung

Gerade berufliche Flexibilität und die Bereitschaft, eigenverantwortlich an Projekten zu arbeiten, sind Schlüsselkompetenzen im Kontext der Digitalisierung: Es sind solche Qualitäten, die die Innovationskulturen in den Unternehmen stärken. Dieser neue Fokus auf individuelle Fähigkeiten stellt die Bildungsinstitutionen allerdings vor Probleme, wie die Hochschulausgabe des "Horizon Report 2016", eine Publikation zur Technikentwicklung im Bildungsbereich, feststellt: So liege eine der größten Herausforderung in der Zusammenführung von klassischen Bildungsangeboten und informell, das heißt im Alltag erworbenen Kenntnissen.

Bildung 4.0: Orientierung an der Berufspraxis notwendig

Um eine solche Zusammenführung leisten zu können und der Diversität der Studienbedürfnisse gerecht zu werden, empfiehlt der "Horizon Report" erstens eine stärkere Orientierung am Arbeitsmarkt und dessen Anforderungen sowie zweitens eine Individualisierung der Lehrpläne. Im Mittelpunkt stehe dabei, so die Studienautoren, das Online-Learning: Mit den entsprechenden Technologie könnten Hochschulen und andere Bildungseinrichtungen das Lehrangebot auf den Bedarf der Zielgruppe ausrichten, Abschlüsse leichter zugänglich machen und Studienprogramme entwickeln, die besser auf den Wissenstand der Lernenden abgestimmt seien.

Business Schools: Individuelle Bedürfnisse, individualisierbare Angebote

Für viele Business Schools ist dieser Ruf nach passgenauen Bildungsangeboten nichts Neues - sie verfolgen die entsprechenden Ansätze bereits seit Jahren: So werden etwa individualisierbare Lehrprogramme angeboten, die auf die Markterfordernisse oder sogar spezielle Unternehmensanforderungen abgestimmt werden können. Zudem ist vielerorts das sogenannte berufsintegrierte Studium möglich, das auf eine unmittelbare Anwendbarkeit des Erlernten in der konkreten Berufspraxis abzielt. Neu sind hingegen die digitalen Angebote der Managementschulen, die das Spektrum weiter ausdifferenzieren: So bieten viele Business Schools etwa regelmäßige Webinare an, die als Informationsangebot fungieren und einen Rückmeldungskanal darstellen, den Interessierte nutzen können, um bereits vorab mit dem Lehrpersonal in Verbindung zu treten. Zudem haben vielen Business Schools bereits E-Learning-Kursprogramme konzipiert, die individuell zusammengestellt und mit einem Zertifikat abgeschlossen werden können – eine alternative zum Präsenzunterricht, die sowohl standortunabhängig als auch individualisierbar ist.


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Schlagworte zum Thema:  Weiterbildung, Digitalisierung, New Work, Business School

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