17.11.2011 | HR-Management

Weiterbildung clever finanzieren

Zum 1. April 2012 tritt das neue Gesetz zur Verbesserung der Eingliederungschancen am Arbeitsmarkt in Kraft. Die Tüv Süd Akademie zeigt, welche Förderungen dann möglich sind.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) verlängert die Bildungsprämie, deren aktuelle Förderphase am 30.11.2011 ausläuft, um zwei Jahre. Für das Projekt stehen 35 Millionen Euro zur Verfügung. Das Programm wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) kofinanziert.

Bildungsprämie

Mit der Bildungsprämie unterstützt das BMBF seit dem Jahr 2008 Erwerbstätige, die sich weiterbilden möchten. Wer an einer Weiterbildung interessiert ist, kann sich an eine der knapp 6oo Beratungsstellen www.bildungspraemie.info wenden. Dort werden geeignete Anbieter von Weiterbildungen vermittelt. Den Zuschuss erhalten Erwerbstätige und Selbstständige, deren Jahreseinkommen 25.600 Euro nicht übersteigt (bei gemeinsamer Veranlagung 51.200 Euro). Auch Wiedereinsteiger können die Bildungsprämie in Anspruch nehmen. Über die Beratungsstellen können die Interessenten einen "Prämiengutschein" erhalten, mit dem die Hälfte der Kosten übernommen werden (bis zu maximal 500 Euro).

Agentur für Arbeit oder Jobcenter

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können durch die Agentur für Arbeit gefördert werden, wenn die Weiterbildung notwendig ist, um sie bei Arbeitslosigkeit beruflich wiedereinzugliedern oder eine drohende Arbeitslosigkeit dadurch abgewendet werden kann.

Besonders bei fehlendem Berufsabschluss ist die Notwendigkeit der Weiterbildung anerkannt. Der Arbeitgeber kann dabei durch Zuschüsse zum Arbeitsentgelt gefördert werden, soweit die Weiterbildung im Rahmen eines bestehenden Arbeitsverhältnisses durchgeführt wird. Die Antragstellung erfolgt durch den Betrieb beim Arbeitgeberservice der zuständigen Agentur für Arbeit.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die bei Beginn der Teilnahme das 45. Lebensjahr vollendet haben und die einem Betrieb angehören, der weniger als 250 Beschäftigte hat, sind ebenfalls förderfähig. In diesem Fall können die Weiterbildungskosten voll oder anteilig übernommen werden. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Kurzarbeit können auch weiterhin gefördert werden, allerdings wird die Dauer der Kurzarbeit wieder auf maximal sechs Monate zurückgesetzt.

Bildungsgutschein

Werden die Voraussetzungen für eine Förderung durch die Agentur für Arbeit erfüllt, wird ein Bildungsgutschein ausgestellt. Der Bildungsgutschein kann zeitlich befristet sowie regional und auf bestimmte Bildungsziele beschränkt werden. Der Bildungsträger muss der Agentur für Arbeit den Bildungsgutschein vor Beginn der Maßnahme vorlegen, die anfallenden Lehrgangskosten werden dann unmittelbar an den Träger ausgezahlt. Auf www.tuev-sued.de erklärt ein kurzer Film, wie man am schnellsten zum Bildungsgutschein kommt.

Fachkurse in Baden-Württemberg

Auch das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg unterstützt Weiterbildungen aus Mitteln des ESF. Durch das Programm werden 50 Prozent der Netto-Seminargebühr bezuschusst, bei Teilnehmern unter 50 Jahren werden 30 Prozent bezuschusst.

Gefördert werden Weiterbildungsveranstaltungen, die der Anpassung an die technische Entwicklung dienen, die Kenntnisse erfolgreicher Unternehmensführung vermitteln oder durch die berufstypisches Fachwissen weiterentwickelt wird. Zielgruppe des Programms sind Mitarbeiter, Unternehmer, Selbstständige, Existenzgründer und Wiedereinsteiger. Wichtige Voraussetzung ist, dass der Teilnehmer in Baden-Württemberg wohnt oder arbeitet. Besucht werden können die Fachkurse auch bei der TÜV SÜD Akademie in Baden-Württemberg.

Bildungsscheck in Nordrhein-Westfalen

Das Wirtschaftsministerium Nordrhein-Westfalen unterstützt private und betriebliche Weiterbildungen ebenfalls im Rahmen des ESF. Das Landesprogramm richtet sich an Beschäftigte in kleinen und mittleren Betrieben mit bis zu 249 Mitarbeitern, sowie an Selbstständige und Berufsrückkehrer, sofern sie nicht länger als fünf Jahre selbstständig sind. Voraussetzung ist, dass die Teilnehmer in den letzten zwei Jahren keine betriebliche Weiterbildung besucht haben und ihren Hauptwohnsitz oder ihren Arbeitsplatz in Nordrhein-Westfalen haben.

Gefördert werden Weiterbildungen, die der beruflichen Qualifizierung und dem Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit dienen. Nach einer Bildungsberatung in einer der Beratungsstellen des Landes wird der Bildungsscheck ausgestellt. Gefördert wird grundsätzlich die Hälfte der Weiterbildungskosten, maximal 500 Euro. Eine Liste der Beratungsstellen finden Sie unter www.bildungsscheck.nrw.de.

Qualifizierungsscheck in Hessen

Die Qualifizierungsoffensive des hessischen Wirtschaftsministeriums finanziert die Hälfte des Kurspreises (inkl. Prüfungsgebühren) über den Europäischen Sozialfonds finanziert, höchstens jedoch 500 Euro pro Person und Jahr. Die berufliche Fortbildung sollte außerhalb des Betriebes stattfinden und bei einem anerkannten Anbieter durchgeführt werden.

Die Zuschüsse richten sich an Arbeitnehmer aus Betrieben mit weniger als 250 Mitarbeitern, die entweder über 45 Jahre alt sind oder für ihre derzeitige Tätigkeit keinen anerkannten Abschluss haben. Voraussetzung ist, dass die Antragssteller ihren Hauptwohnsitz in Hessen haben. Weitere Infos unter www.qualifizierungsschecks.de.

Qualischeck in Rheinland-Pfalz

Das Förderprogramm des Wirtschaftsministeriums Rheinland-Pfalz richtet sich an Beschäftigte von Betrieben mit bis zu 249 Mitarbeitern, die über 45 Jahre alt sind und ihren Hauptwohnsitz in Rheinland-Pfalz haben. Zur Zielgruppe gehören ebenso Freiberufler, Selbständige, Berufsrückkehrer und Unternehmer in den ersten fünf Jahren nach der Unternehmensgründung, die über 45 Jahre alt sind.

Gefördert werden auch hier außerbetriebliche Fortbildungen bei anerkannten Anbietern. Der Zuschuss, der maximal 500 Euro beträgt, bezieht sich auf 50 Prozent der Lehrgangsgebühr. Die Qualischecks werden von der offiziell beauftragten Stelle, der "RAT GmbH" ausgestellt, an die sich der Antragssteller wenden sollte. Weitere Infos unter www.qualischeck.rlp.de.

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