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Bildungsteilzeit in Österreich eingeführt

Österreich schafft neue Weiterbildungsanreize für Arbeitnehmer.
Bild: Bernd Deschauer ⁄

Wer sich in Österreich neben seinem Beruf weiterbilden möchte, hat seit dem 1. Juli die Möglichkeit in Bildungsteilzeit zu gehen. Dabei kann der Arbeitnehmer sein Teilzeitgehalt durch eine Pauschale aufstocken. Eine weitere Neuerung ist ein Fachkräftestipendium für Mangelberufe.

Seit dem 1. Juli können österreichische Arbeitnehmer in Bildungsteilzeit gehen. Ein neues Gesetz regelt, dass Arbeitnehmer bis zu zwei Jahre ihre Arbeitszeit reduzieren können, um sich neben dem Beruf weiterzubilden. Wie das österreichische Parlament auf seiner Onlinepräsenz vermeldet, kann sich die Stundenanzahl dabei zwischen mindestens 25 Prozent und höchstens 50 Prozent verringern. Neben dem anteiligen Arbeitslohn erhalten die Beschäftigten laut den Informationen auf der Parlamentswebseite ein pauschaliertes Bildungsteilzeitgeld von täglich 0,76 Euro pro reduzierte Arbeitsstunde. Bei einer Reduktion um 20 Wochenstunden etwa wären dies 15,20 Euro pro Tag, also rund 450 Euro im Monat. Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssen die Bildungsteilzeit schriftlich vereinbaren und das Teilzeitgeld beim Arbeitsmarktservice Österreich (AMS) beantragen.

Stipendium soll Fachkräftemangel entgegenwirken

Neben der Bildungsteilzeit führt Österreich zum 1. Juli auch ein Fachkräftestipendium für eine Ausbildung in Mangelberufen ein. Damit möchte das Land dem Fachkräftemangel in bestimmten Berufsgruppen entgegenwirken. Das Angebot richtet sich nach Auskunft der Parlamentswebsite an Arbeitslose und Berufstätige, die sich neu orientieren wollen, mit geringer bis mittlerer Qualifikation. Voraussetzung ist, dass die Stipendienanwärter in den letzten 15 Jahren zumindest einer vierjährigen Beschäftigung nachgegangen sind. Das Gesetz sieht vor, dass die Stipendiaten die Förderung über einen Zeitraum von maximal drei Jahren beziehen können.

Weiterhin haben österreichische Berufstätige die Möglichkeit Bildungskarenz zu nehmen. Dieses Modell ist in Österreich seit 1998 gesetzlich geregelt. Dabei kann sich der Arbeitnehmer zwischen zwei Monaten und einem Jahr für eine Weiterbildung von seiner Arbeit freistellen lassen. Das neue Gesetz hat die Regelungen hierzu ab dem 1. Juli angepasst: Berufstätige, die die Bildungskarenz nutzen möchten, können in Zukunft nur noch Weiterbildungsgeld erhalten, wenn sie zuvor mehr als geringfügig beschäftigt waren. Außerdem müssen sie für universitäre Studien Leistungsnachweise erbringen, kündigt das österreichische Parlament an.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter www.parlament.gv.at.

Schlagworte zum Thema:  Weiterbildung, Teilzeit, Österreich

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