25.03.2013 | Weiterbildung

Arbeitnehmer haben Lust zu lernen

Die aktuelle Umfrage "Wert der Weiterbildung" zeigt, dass vor allem junge Leute bereit sind, in Weiterbildung zu investieren.
Bild: Haufe Online Redaktion

Arbeitnehmer in Deutschland bilden sich gerne weiter. Wie groß die Lust aufs Lernen ist, hängt jedoch vom Alter und dem Stellenwert von Weiterbildung im Unternehmen ab, zeigt eine neue Umfrage.

Demnach freuen sich 60 Prozent von 1.000 befragten Angestellten auf berufliche Weiterbildung und können davon kaum genug kriegen, stellt die Forsa-Umfrage "Wert der Weiterbildung" fest. Deutlich wird aus den Ergebnissen jedoch auch, dass das Fortbildungsinteresse stark vom Alter der Befragten abhängt. In der Altersgruppe bis 35 Jahre gaben 72 Prozent an, sich gerne noch mehr weiterzubilden, bei den über 55-Jährigen sank dieser Wert um knapp 30 Prozent auf nur noch 42 Prozent. Acht Prozent der Befragten im Alter zwischen 46 und 55 Jahren gaben an, kein Interesse an Weiterbildung zu haben, bei den Älteren ab 56 Jahren waren es sogar neun Prozent.

Motiviert zum Lebenslangen Lernen

Dennoch lassen die Ergebnisse darauf schließen, dass die Notwendigkeit Lebenslangen Lernens flächendeckend erkannt ist. 52 Prozent der Befragten gaben an, sich weiterzubilden um nicht den Anschluss im Job zu verlieren. Nur 30 Prozent dagegen lernen nicht aus eigener Motivation, sondern weil der Arbeitgeber dies wünscht. Dabei geht die Pflicht zur Weiterbildung nicht unbedingt mit guten Angeboten einher. So vertraten 23 Prozent der Befragten die Ansicht, dass Weiterbildung wichtig sei, gute Angebote ihres Arbeitgebers jedoch fehlten.

Immerhin, Angebote gibt es. Aus der Umfrage geht hervor, dass 69 Prozent der Unternehmen ihren Angestellten Gelegenheit für den Wissens- und Erfahrungsaustausch geben, 57 Prozent der Befragten gaben zudem an, konkrete Weiterbildungsangebot zu erhalten. Dass ihre Führungskräfte als gutes Beispiel vorangehen und sich selbst weiterbilden, meinten 55 Prozent.

Arbeitnehmer investieren Freizeit und eigenes Geld

Obwohl nur 25 Prozent der Arbeitgeber der Befragten verlangen, dass diese sich außerhalb der Arbeitszeit weiterbilden, ist die Bereitschaft dazu groß. 45 Prozent der Befragten würden demnach unter der Woche auch in ihrer Freizeit lernen, für 31 Prozent stellen sogar der Urlaub und das Wochenende kein Tabu dar. Jüngere Arbeitnehmer sind dabei eher bereit, in ihrer Freizeit zu lernen als ältere. Bei den Angestellten bis 35 Jahre sind dies 42 Prozent, bei den Angestellten ab 56 Jahre nur noch 24 Prozent. Gar keine Freizeit für Weiterbildung opfern und sich nur während der Arbeitszeit weiterbilden wollen 21 Prozent.

Die befragten Angestellten sind nicht nur bereit, Freizeit in Weiterbildung zu investieren, sondern auch Geld. 13 Prozent würden demnach bis zu 100 Euro im Jahr aus eigener Tasche beisteuern, 15 Prozent bis zu 200 Euro zahlen und 33 Prozent sogar bis zu 1.000 Euro. Die Finanzierung beruflicher Weiterbildung als alleinige Pflicht des Arbeitgebers sehen 28 Prozent der Befragten.

Alle profitieren wenn das Angebot stimmt

Wer investiert, will eine Rendite sehen. Für 42 Prozent der Befragten ist den Ergebnissen der Umfrage zufolge klar, dass sowohl sie selbst als auch ihre Arbeitgeber von der Weiterbildung profitieren. Fast ebensoviele, 40 Prozent, sehen den eigenen Profit an erster Stelle. Auch hier ist ein Altersunterschied erkennbar: Während bei den bis 35-Jährigen rund 50 Prozent überzeugt waren, in erster Linie selbst von ihrer beruflichen Weiterbildung zu profitieren, waren es bei den über 56-Jährigen nur noch 27 Prozent.

"Die 25-jährige Berufseinsteigerin braucht andere Angebote als ihr 53-jähriger Kollege", so das Fazit von Torsten Bittlingmaier, Geschäftsführer von Haufe Akademie Inhouse-Training und Consulting, dem Auftraggeber der Umfrage. "Nur die Unternehmen, die die Beschäftigungsfähigkeit aller Mitarbeiter sicherstellen und auch die Erfahrenen mit in den Fokus nehmen, werden auch in Zukunft erfolgreich sein."

Schlagworte zum Thema:  Weiterbildung, Personalentwicklung

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