Mit Blumen macht man nie etwas falsch, oder? Doch: Ägypter fühlen sich damit etwa an Krankenhausaufenthalte erinnert. Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Kurz vor Weihnachten werden Mitarbeiter, Kollegen und Geschäftspartner mit Geschenken bedacht. Während es manchmal schon schwierig ist, hierzulande das richtige und Compliance-konforme Geschenk zu finden, kann das falsche Geschenk an internationale Kontakte ein echter Tritt ins Fettnäpfchen sein.

Denn was in Deutschland gut ankommt, entpuppt sich im Ausland zuweilen als komplett inakzeptabel. Welche Fehltritte Geschäftsleute auf internationalem Parkett vermeiden sollten, verrät Nelly Kostadinova, Inhaberin des Kölner Sprach-Dienstleisters Lingua-World, anhand von fünf No-Gos.

Fettnäpfchen "Alkohol"

Ein edler Tropfen funktioniert in Deutschland immer als Geschäftspräsent. International ist es etwas komplexer. In arabischen Ländern sind alkoholische Geschenke tabu. Dazu gehören auch Likörpralinen und Gebäck mit Schuss. Wer einem Osteuropäer Wodka schenkt, wird belächelt: Kein deutsches Produkt kann in seinen Augen mit einem russischen mithalten.

Fettnäpfchen "Fleisch"

Ein Fresskorb ist der Deutschen liebstes Präsent. Wer auch im Businessumfeld Salami, Schinken und Pfälzer Leberwurst verschenken möchte, sollte interkulturelle Unterschiede beachten: Geschäftspartner aus dem arabischen Kulturkreis essen aus religiösen Gründen kein Schweinefleisch. Gar kein Fleisch essen etwa 40 Prozent der Inder. Wer nicht vegetarisch lebt, bevorzugt hier Hühnchen.

Fettnäpfchen "Blumen"

Mit Blumen liegt man im deutschen Businesskontext immer richtig. Auch unsere holländischen Nachbarn freuen sich über einen hübschen Strauß. Anders sieht es dagegen in Ägypten aus: Hier werden Blumen nur zu Hochzeiten oder bei Krankenhausbesuchen verschenkt. In Russland ist es wichtig, eine ungerade Zahl an Blumen zu schenken – Sträuße mit einer geraden Zahl sind Beerdigungen vorbehalten. Auch bei den Farben der Flora lauern Fettnäpfchen: Gelbe Blumen kündigen in der Ukraine Unglück an, weiße in Japan den Tod.

Fettnäpfchen "Schmuck"

Wer seinen chinesischen Geschäftspartner zu Weihnachten mit einer Uhr überrascht, begeht einen klassischen Fauxpas: Uhren zeigen dem Gegenüber im Land der Mitte an, dass sein Leben vergänglich ist. In Indien sind Schmuckgeschenke einzig und allein Familienmitgliedern vorbehalten. Und wer einem Norweger kostspielige Manschettenknöpfe schenken möchte, sollte aufpassen: Da Skandinavien als Zone mit wenig Korruption gilt, interpretieren Einheimische zu teure Geschenke schon mal als Bestechungsversuch.

Sonstige Fettnäpfchen

Ein geschmackvoller Füllfederhalter aus Silber oder ein exquisiter Brieföffner signalisieren einem Deutschen den andauernden Wert der Geschäftsbeziehung. In anderen Ländern können solche gut gemeinten (und vermeintlich unverfänglichen) Präsente jedoch nach hinten losgehen: Silber steht in Südamerika für Trennung – sicherlich das Letzte, was man einem Businesspartner andeuten möchte. In Japan riskiert derjenige das Ende einer Geschäftsbeziehung, der scharfe Gegenstände wie Messer, Schere oder Brieföffner verschenkt. Auch Schirme signalisieren in Asien, dass man sich niemals wiedersieht.

Schlagworte zum Thema:  Geschenk, Mitarbeitermotivation

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