10.11.2016 | Sonderzahlung zum Jahresende

Jeder Zweite bekommt Weihnachtsgeld

Viele Beschäftigte können sich 2016 über ein höheres Weihnachtsgeld freuen.
Bild: Statista

Viele Arbeitnehmer können sich 2016 über ein höheres Weihnachtsgeld freuen. Grund sind die teils kräftigen Tarifzuwächse in diesem Jahr. Insgesamt bekommt mehr als jeder zweite Beschäftigte in Deutschland eine solche Sonderzahlung zum Jahresende.

Ende November freuen sich Arbeitnehmer besonders auf ihren Gehaltszettel. Mehrere hundert Euro extra, ein halbes oder sogar ein ganzes Monatsgehalt zusätzlich stehen auf der Abrechnung: das sogenannte Weihnachtsgeld.

Höhere Sonderzahlung dank kräftiger Tarifzuschläge

Der Zuschlag fällt dieses Jahr oft höher aus als im Vorjahr, denn dank der boomenden Wirtschaft gab es 2016 in mehreren Branchen kräftige Tarifzuschläge - und das Weihnachtsgeld wächst meist mit. Zudem holt der Osten auf. Deutlich mehr Tarifbeschäftigte dort bekommen nun ebenfalls die Leistung.

Mehr als jeder zweite Beschäftigte bekommt Weihnachtsgeld

Insgesamt bekommt mehr als jeder zweite Beschäftigte (55 Prozent) Weihnachtsgeld. Die Chancen steigen deutlich bei Tarifbeschäftigten, die zu 71 Prozent eine Sonderzahlung erhalten im Gegensatz zu Beschäftigten in nicht-tarifgebundenen Betrieben mit nur 44 Prozent. Das ergibt sich aus der alljährlichen Online-Umfrage des Tarifarchivs der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, die einen sehr guten Überblick über tarifliche Leistungen bundesweit hat. Hinzu kommen noch freiwillige Gratifikationen der Arbeitgeber von teils mehreren tausend Euro etwa in der Autoindustrie oder Erfolgsprämien, die nicht tariflich festgelegt sind.

Weihnachtsgeld-Berechnung: Arbeitgeber bevorzugen erfolgsabhängige Komponente

Insgesamt geht es um bundesweit rund 50 Milliarden Euro, schätzt derTarif- und Arbeitsmarktexperte des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Christoph Schröder. Dennoch sei das Weihnachtsgeld oder 13. Jahresgehalt im Arbeitgeberlager unumstritten. Allerdings bevorzugten Arbeitgeber erfolgsabhängige Komponenten bei der Berechnung, so dass sie in schlechten Jahren mit Senkungen der Leistung einen Puffer gewinnen.

Weihnachtsgeld steigt 2016 in vielen Branchen

Das Weihnachtsgeld steigt bei allen, die tariflich mehr Geld bekommen und bei denen das Weihnachtsgeld sich prozentual am Gehalt orientiert. Das reicht von 1,5 Prozent mehr für Banker über 2 Prozent Plus in der Druckindustrie, 2,1 Prozent im Versicherungsgewerbe, 2,3 Prozent in der Eisen- und Stahlindustrie, 2,8 Prozent in der Metall- und Elektrobranche, bis zu 3 beziehungsweise 5,5 Prozent Zuwachs in der chemischen Industrie Nordrhein und Ost. Auch der öffentliche Dienst ist dabei. Insgesamt wächst das Weihnachtsgeld um 2,5 bis 3 Prozent. Der Osten holt ferner auf: 2015 bekamen nur 40 Prozent der Ost-Beschäftigten die Leistung, 2016 sind es immerhin 45 Prozent.

Wann hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Weihnachtsgeld?

Der Name des Weihnachtsgelds leitet sich aus der zeitlichen Nähe zwischen Auszahlungszeitpunkt und Weihnachtsfest ab. Arbeitsrechtlich handelt es sich meist um eine Gratifikation, also eine Sondervergütung mit Entgeltcharakter, die der Arbeitgeber zusätzlich zu dem regulären Entgelt zahlt. Der Anspruch auf die Weihnachtsgratifikation kann verschiedene Grundlagen haben: ein Tarifvertrag, eine Betriebsvereinbarung oder eine entsprechend einzelvertragliche Regelung.Häufig geht das Weihnachtsgeld auch auf eine sogenannte betriebliche Übung zurück. Dazu kommt es, wenn der Arbeitgeber drei Mal die Gratifikation ausbezahlt ohne einen Freiwilligkeitsvorbehalt zu erklären. Die betriebliche Übung verhindert der Arbeitgeber dadurch, dass er klar und verständlich mit der jeweiligen Zahlung (schriftlich) mitteilt, dass die Leistung einmalig sei und künftige Ansprüche ausschließe.

Weihnachtsgeld gewinnt im "War for Talent" wieder an Bedeutung

Das Weihnachtsgeld ist also grundsätzlich eine freiwillige Leistung. Jedoch schauen Arbeitnehmer bei ihren Bewerbungen natürlich auch auf die Sozialleistungen der Unternehmen. Mit zunehmendem Fachkräftemangel dürften Angebote wie ein Weihnachtsgeld als Lockmittel für hoch qualifizierte Beschäftigte in den nächsten Jahren noch wichtiger werden.

Schlagworte zum Thema:  Sonderzahlung, Gratifikation, Weihnachtsgeld, Einmalzahlung

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