27.05.2010 | HR-Management

Was bringt Frauen in Führung?     

Frauenquote hilft, Vorurteile hemmen, Kinder sind kein Hindernis:  Eine neue Studie zeigt, was Deutschlands Chefinnen für sinnvoll, was für notwendig halten, um den Frauenanteil in deutschen Führungsgremien zu erhöhen.

Deutschlands Chefinnen halten die Einführung einer Frauenquote für einen guten Weg, um den Frauenanteil in deutschen Führungsgremien zu erhöhen. Die internationale Personalberatung Odgers Berndtson hat alle 49 Frauen, die in einem der 500 umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland eine Vorstands- oder Geschäftsführungsposition inne haben, nach Handlungsempfehlungen, Hindernissen und Lösungen für Frauen auf dem Weg in Führungspositionen befragt.

Selbstbewusstsein und Konsequenz sind weitere Voraussetzungen, die Frauen auf dem Weg nach oben mitbringen müssen. So empfanden 50 Prozent der Befragten den letzten Karriereschritt ins Top-Management als schwieriger im Vergleich zu den vorherigen. 47 Prozent der Frauen fühlten sich bei ihrem Aufstieg in die oberste Managementebene vor allem von Vorurteilen gegenüber weiblichen Führungskräften und mangelnder Chancengleichheit gebremst. Diesen Karrierehemmnissen sind Deutschlands Chefinnen vor allem mit Beharrlichkeit und herausragenden Leistungen begegnet. "Unsere Befragung hat gezeigt, dass nicht nur Unternehmen und Politik gefordert sind, sondern dass karrierewillige Frauen selbst konsequent und selbstbewusst aktiv werden müssen, um es an die Unternehmensspitze zu schaffen", erläutert Beraterin Gabriele Stahl von Odgers Berndtson.

 

Frauen müssen besser netzwerken

34 Prozent führten mangelnde berufliche Netzwerke als Karrierehemmnis an. Die Mehrheit der Teilnehmerinnen hält die existierenden Netzwerke für unzureichend auf weibliche Bedürfnisse zugeschnitten. Gleichzeitig räumen sie jedoch ein, dass es den meisten Frauen schwer fällt, ihre beruflichen Netzwerke gezielt für die eigene Karriere zu nutzen. Sie empfinden dies als Vetternwirtschaft, wollen es stattdessen durch eigene Leistung ins Top-Management schaffen. Nach Ansicht von Deutschlands Chefinnen müssen sich Frauen von diesen Vorbehalten lösen und sich stärker in die bestehenden – gemischt geschlechtlichen – Netzwerke integrieren.

 

Familie ist kein Karrierekiller

Die viel diskutierte Vereinbarkeit von Familie und Berufsleben wurde als Karrierehemmnis überraschender Weise sehr selten genannt. Keine der befragten Frauen bezeichnete Karriereunterbrechungen durch Mutterschutzzeiten, Probleme bei der Kinderbetreuung bzw. unflexible Arbeitszeiten als eine wesentliche Hürde.

Im Titelthema "Frauenquote? - Quotenfrauen?" des Personalmagazins, Ausgabe 06/2010, setzen wir uns mit den Vorstößen in Unternehmen und der Politik zur Einfühung einer Frauenquote auseinander, zeigen, wieso Frauen in Deutschland Führungspositionen noch so oft versperrt sind und was besonders die Personalabteilung daran ändern kann. Zudem erfahren Sie, welche Coachings und Seminare es speziell für Frauen gibt und was diese dort – neben der Auseinandersetzung mit männlichen Kollegen – lernen.

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