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| Vorstandsvergütung

Doppelte Boni für die Deutsche Bank

Die Deutsche Bank weicht bei ihren Vorstandsboni von der durch die EU geforderten Deckelung ab.
Bild: Frank Schulte ⁄

Vorstandsboni in Banken dürfen seit Januar 2014 nicht mehr höher als das Grundgehalt sein- so die EU-Vorgabe. Die Deutsche Bank allerdings darf ihren Vorständen das Doppelte zahlen. Darauf  einigten sich ihre Aktionäre in der Hauptversammlung. Auch andere Banken planen Sonderregelungen.

Unter massiven Protesten von Demonstranten vor der Frankfurter Messe, aber auch direkt in der Hauptversammlung haben die Aktionäre der Deutschen Bank einer Anhebung der von der EU festgelegten Bonus-Obergrenze zugestimmt. Die für die Änderung der EU-Regelung notwendige Mehrheit der Aktionäre hatte sich schon im Vorfeld der Versammlung gefunden - auf der Hauptversammlung selbst sprachen sich schließlich fast 91 Prozent der Anwesenden für eine so genannte Zwei-zu-eins-Regelung aus, nach der Vorstände und Investmentbanker der Deutschen Bank künftig Boni bis zum Doppelten ihres Grundgehalts beziehen können.

Erhöhte Boni auch bei Areal Bank und Münchener Hypo-Vereinsbank 

Die Deutsche Bank steht mit ihrer Abweichung von den EU-Vorgaben nicht alleine da. Am Tag zuvor hatten bereits Aktionäre der Areal Bank  einer Erhöhung der Bonusgrenze zugestimmt. Und auch die Münchner Hypo-Vereinsbank (HVB) hat die Genehmigung höherer Boni für ihre Vorstände bereits als Tagesordnungspunkt der Hauptversammlung am 2. Juni aufgenommen.  Die Commerzbank dagegen hat ausdrücklich verkündet, von der Möglichkeit zur Erhöhung der Bonusgrenze keinen Gebrauch machen zu wollen.

Anhebung der Grundgehälter als schlechte Alternative 

Als Alternative zur Anhebung der Boni-Grenzen stand nach Angaben der dpa bei der deutschen Bank die Idee im Raum, die Grundgehälter bei etwa 4500 Mitarbeitern und den Vorständen anzuheben. Dadurch wäre allerdings der von der EU-Finanzmarktregulierung durch die Boni-Deckelung beabsichtigte Effekt einer größeren Eigenvorsorge der Banken, in dem sie Gehälter in Krisenzeiten flexibel anpassen können, nicht mehr gegeben.

Hinweis:  

Weitere Information zu den neuen Kapitalvorschriften in der Finanzbranche und zum Diskussionstand in der Managervergütung finden Sie im Titelthema des Personalmagazins, Ausgabe 07/2013 "Nach der Party - Wie sich Gehälter und Boni seit den Exzessen verändern".    

Haufe Online Redaktion

Vergütung, Boni, Bank

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