04.10.2012 | Führung

Viel Kontrolle reduziert den Stress der Topmanager

Je mehr Kontrolle die Topmanager ausüben, desto weniger Stress haben sie.
Bild: Haufe Online Redaktion

Keine Zeit, viele Termine, immer kurz vor dem Burnout: Das ist das Image, das viele Führungskräfte pflegen. Eine Studie zeigt aber nun: Chefs leiden weniger unter Stress als ihre Angestellten. Je mehr Kontrolle sie haben, desto weniger Stress.

Unter der Leitung von Jennifer Lerner von der Harvard-Universität untersuchten die Forscher den Speichel von 148 Mitarbeitern in höheren Positionen bei der US-Regierung und dem Militär sowie von 65 einfachen Angestellten verschiedener Berufe auf die Menge des Stresshormons Cortisol. Die Ergebnisse zeigten, dass die Führungskräfte im Durchschnitt ein deutlich geringeres Stressverhalten zeigten als die Gruppe der einfachen Angestellten. Eine begleitende standardisierte Befragung ergab zudem, dass sie viel seltener unter Unruhe und Unsicherheit leiden.

Die Forscher wollten wissen, welche Faktoren Stress bei den Chefs auslösen oder minimieren. Dazu teilten sie die Probanden in Gruppen ein, die sich nach dem Ausmaß der Kontrolle unterschieden, die diese nach eigener Ansicht ausüben können. Dabei stellten sie fest, dass die Menge des gemessenen Stresshormons mit dem Ausmaß der Kontrolle zusammenhing. Je mehr Kontrolle die Führungskräfte ausübten, desto weniger Stresshormon konnte nachgewiesen werden.

Frühere Studienergebnisse bestätigt

Damit bestätigte die Studie andere Forschungsergebnisse, nach denen das Gefühl, die Macht über eine Situation zu haben, Stress senke, so Studienleiterin Jennifer Lerner. Das gilt den Studienergebnissen zufolge offenbar auch für Hierarchien im Job. Je höher die Position, je besser die Kontrolle über Menschen und Arbeitsumfeld, desto weniger ist demnach diese Leitungsaufgabe mit Stress verbunden.

Veröffentlich wurden die Ergebnisse in den "Proceedings" der US-amerikanischen Akademie der Wissenschaften (PNAS).

Schlagworte zum Thema:  Führung, Stressmanagement

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