| Vergütung

Mehr Nachhaltigkeit und weniger Einkommensunterschiede bei Managergehältern

Die Schere zwischen dem Managergehältern von Männern und Frauen schließt sich - wenn auch langsam.
Bild: Haufe Online Redaktion

Gleich drei Studien haben aktuell das Thema "Managervergütung" im Fokus. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Schere zwischen dem Einkommen von Männern und Frauen zumindest auf Führungseben langsam schließt. Außerdem werden die Vergütungsmodelle der Top-Manager nachhaltiger.

Frauen in Führungspositionen werden in Deutschland weiterhin wesentlich schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen, die Differenz wird aber in den vergangenen Jahrzehnten immer geringer: Laut einer Langzeitanalyse auf Basis der Datenbank der Kienbaum Vergütungsberatung verdienten 1995 männliche Führungskräfte 25 Prozent mehr als Frauen in gleicher Position. 2005 waren es noch 15 Prozent und aktuell beträgt die Vergütungsdifferenz laut der Kienbaumstudie noch fünf Prozent.

Für das Jahr 2010 hat das Statistische Bundesamt allerdings etwas weniger positive Zahlen errechnet: Frauen in Führungspositionen verdienten danach im Schnitt 30 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Männliche Führungskräfte kamen demnach auf einen durchschnittlichen Bruttoverdienst von 39,50 Euro pro Stunde, Frauen auf 27,64 Euro. Die Verdienstunterschiede bei Technikern (30 Prozent) und akademischen Berufen (28 Prozent) waren ähnlich hoch, in Handwerksberufen lag die Differenz bei 25 Prozent. Am geringsten war der Verdienstunterschied mit vier Prozent zwischen weiblichen und männlichen Bürokräften.

Vergütungsmodelle für Top-Manager sind langfristiger angelegt

Die auf Performance- und Vergütungsmanagement spezialisierte Unternehmensberatung Hostettler, Kramarsch & Partner (HKP) hat die Vergütungen der in den Börsenindices Stoxx Europe 50 und Euro Stoxx 50 geführten Unternehmen für das Geschäftsjahr 2011 ausgewertet. Zu den Kernaussagen Studie "Executive und Non-Executive Director Compensation in Europe 2011/2012" zählt, dass die Vergütungspakete der europäischen Top-Führungskräfte durch erfolgsbezogene Elemente bestimmt sind und nachhaltige Vergütungsmodelle dominieren.

Bei den Vorständen stellen mittlerweile die variablen Vergütungsbestandteile den mit Abstand größten Teil der Vergütung, wobei insbesondere die variable Langfristvergütung dominiert. Bei den Kontrolleuren oder nicht-exekutiven Top-Managern repräsentiert die Fixvergütung das wichtigste Vergütungselement. Die Vergütungshöhe wird zudem maßgeblich durch die Unternehmensgröße und Branche sowie den Standort des Konzernsitzes beeinflusst. Zudem spielt die internationale Wettbewerbsintensität eine wichtige Rolle. So ist der Pharma-Sektor die Industrie mit den höchsten Vergütungsniveaus im europäischen Vergleich. Die Branche zählt zu den wenigen mit wirklich globalen Forschungs- und Produktmärkten, in denen Führungskräfte weltweit im Wettbewerb stehen. Im Branchenvergleich liegt das Vergütungsniveau von Banken aufgrund der Geschäftslage wie auch der umfassenden regulatorischen Restriktionen aktuell unter dem europäischen Durchschnitt - noch vor der Finanz- und Wirtschaftskrise bildeten Banken die europäische Vergütungsspitze.

Schlagworte zum Thema:  Gehalt, Vergütung, Einkommen, Talent Management

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