23.09.2016 | Vergütung

Deutsche Top-Manager verdienen unter europäischem Niveau

Das Gehalt der CEOs in den Dax 30 ist nicht wirklich gering. Aber weitaus weniger als das der schweizer oder der englischen Kollegen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die hohen Gehälter der deutschen Top-Manager sind immer wieder in der Kritik – doch im europäischen Vergleich ist der Verdienst der Vorstandsvorsitzenden der Dax 30 eher gering. Mit durchschnittlich 4,5 Millionen Euro Jahresgehalt liegen sie einiges unter dem europäischen Niveau.

Schweizer CEOs waren im vergangenen Jahr die bestbezahlten Manager in Europa. Die Vorstandsvorsitzenden der größten deutschen Unternehmen haben dagegen 2015 im Schnitt 21 Prozent weniger verdient als ihre europäischen Kollegen. Das geht aus der Studie "CEO pay landscape in the Eurotop 100" von Willis Towers Watson hervor, die jährlich die Gesamtdirektvergütungen von Chief Executive Officers (CEOs) des letzten Geschäftsjahres in den nach Marktkapitalisierung führenden Unternehmen untersucht.

Euro-Vergleich: Deutsche CEOs mit 4,5-Millionen-Gehalt auf Platz 4

Deutsche Top-Manager liegen im europäischen Vergleich mit 4,5 Millionen Euro Jahresgehalt auf Platz 4. Weit besser werden Top-Manager in der Schweiz bezahlt. Mit 8,8 Millionen Euro liegen sie 52 Prozent über dem Median der untersuchten europäischen Unternehmen. Danach folgt Spanien mit 7,2 Millionen Euro und Großbritannien mit 6,8 Millionen Euro.

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Doch auch wenn die deutschen CEOs im europäischen Vergleich eher mittelprächtig verdienen, durften sie sich doch 2015 über durchschnittlich 2 Millionen mehr Euro als die Kollegen und Kolleginnen aus dem Personalvorstand freuen: Die durchschnittliche Gesamtvergütung der obersten Personaler in den Dax-30-Unternehmen war im Geschäftsjahr 2015 auf 2,5 Millionen Euro gesunken, wie die Dax-Geschäftsberichtsauswertung der Unternehmensberatung HKP Group zeigt.

Schlusslichter auf der Liste der Top-Gehälter: Italien und Nordeuropa

Weniger Gehalt als die deutschen CEOs bekommen im Schnitt die Kollegen in Frankreich (4,2 Millionen Euro), die Benelux-Staaten (3,3 Millionen Euro) und Italien (3,2). Schlussllicht im Vergleich sind die Top-Manager der nordeuropäischen Länder, sie erhielten 2015 im Schnitt 2,1 Millionen Euro.

Unterschiedlich ist allerdings auch die Zusammmensetzung der Gehällter in den verschiedenen Ländern: Der Anteil der fixen Vergütung ist in Ländern wie der Schweiz am niedrigsten, obwohl dort die höchste Gesamtdirektvergütung bezahlt wird. Hohe Gesamtdirektvergütungen bestehen in der Regel zu mindestens zwei Dritteln aus variablen Bestandteilen. Der Anteil der gewährten Long-Term-Incentive-Pläne (LTI) ist mit 47 Prozent in Großbritannien am höchsten. Die durchschnittliche Vergütungsstruktur im Dax entspricht mit Blick auf die mehrjährigen Vergütungselemente dem europäischen Schnitt.

Weniger Boni bei Dax-Unternehmen führt zu Trend zur nachhaltigeren Vergütung

Bei der Bemessung des Bonus stehen in Europa Gewinn- und Renditegrößen im Vordergrund. Diese werden häufig um nicht-finanzielle Leistungskennzahlen und die individuelle Leistung ergänzt. Während die Höhe der ausbezahlten Boni in den Unternehmen anderer europäischer Länderindizes entweder stabil (FTSE-100-Unternehmen) geblieben oder angestiegen (CAC 40, AEX, SLI) ist, ging sie in den Dax-Unternehmen zurück.

58 Prozent der europäischen und 53 Prozent der Dax-Unternehmen sehen für die kurzfristigen variablen Vergütungssysteme einen Aufschub der Auszahlung vor. „Diese verpflichtenden Deferrals schaffen mehr Nachhaltigkeit und Langfristigkeit bei der Vergütung“, erklärt Stephanie Schmelter, Manager im Bereich Executive Compensation bei Willis Towers Watson.

Schlagworte zum Thema:  Vergütung, Variable Vergütung, Boni, Managergehälter

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