| Vergütung

Dax-Vorstandsgehälter sinken erneut leicht

Mehr Transparenz und Nachhaltigkeit wird bei der Vorstandsvergütung gefordert - das bleibt nicht ohne Wirkung.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Vergütung der Dax-Vorstände ist 2013 erneut leicht gesunken. Erstmals seit 2010 liegt die durchschnittliche Gesamtvergütung eines Vorstandsvorsitzenden unter fünf Millionen. Auch der traditionelle Jahresbonus der Vorstandsvorsitzenden im Dax hat dramatisch an Bedeutung verloren: Er ist auf ein Viertel der Bezüge gesunken.

 Die 2006 eingeführte Verpflichtung zum individuellen Ausweis der Vorstandsvergütung zeigt Wirkung: Während 2013 die durchschnittliche Grundvergütung der Vorstandsvorsitzenden im DAX gegenüber dem Vorjahr mit 0,6 Prozent nur moderat gestiegen ist, sank der sogenannte Jahresbonus um 9,4 Prozent auf einen neuen Tiefstand von 1,21 Millionen Euro. Für die Bezüge, auf die ein Dax- Vorstand sofort Zugriff hat (Festvergütung und Boni), ergibt sich somit zwischen 2006 und 2013 ein Rückgang um fast - 19 Prozent. 

Nachhaltige Vergütung statt Einmalzahlung

Demgegenüber hat sich die mehrjährige variable Vergütung in den aktuellen Vergütungspaketen der Dax-Vorstände durchgesetzt: Der Anteil der mehrjährigen variablen Bezüge hat sich mit 2,46 Millionen Euro auf den höchsten Wert seit 2006 erhöht und stellt nun erstmals 50 Prozent der Gesamtvergütung dar.

Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „hkp Geschäftsberichtsauswertung Vorstandsvergütung Dax 2013“ der Unternehmensberatung Hostettler, Kramarsch & Partner (hkp). Sie stützt sich auf die quantitativen und qualitativen Angaben aller 30 Dax-Unternehmen zu ihrer Vorstandsvergütung.

Bewusstes Agieren bei Vergütungsentscheidungen

Als Ursache der aktuellen Entwicklungen sehen die Studienautoren neben rückläufigen Unternehmensgewinnen ein weiter gestiegenes Maß an Transparenz sowie ein bewussteres Agieren von Aufsichtsräten in Vergütungsentscheidungen: „Die Aufsichtsräte in den DAX-Unternehmen haben sich der Kritik der letzten Jahre gestellt und sind ihrer Verantwortung gerecht geworden. Die Vorstandsvergütung wird heute in keinem Aufsichtsrat mehr nebenbei erledigt. Im Gegenteil, Entscheidungen werden mit Sorgfalt und hohem Aufwand im großen Gremium getroffen“, erklärt hkp Managing Partner Michael H. Kramarsch.

Volkswagen an der Vergütungsspitze, Schlusslicht Commerzbank  

Die aktuelle Vergütungsspitze im DAX bildet – wie schon in den beiden Jahren zuvor – der Vorstandsvorsitzende von Volkswagen, aktuell mit 13,16 Millionen Euro. Dieser Vergütungswert entspricht nach Stand der veröffentlichten Vergütungsberichte dem Höchstwert in Europa; im Vergleich mit aktuellen US-amerikanischen Vergütungen liegt er leicht über dem Durchschnittsniveau von 13,03 Millionen Euro. Der am schlechtesten bezahlte Vorstandsvorsitzende im Dax ist Commerzbank-Chef Martin Blessing. Seine Bezüge für das Jahr 2013 summieren sich auf 1,38 (Vorjahr: 1,39) Millionen Euro.

Schlagworte zum Thema:  Vergütung, Vorstand

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