| Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Väter wünschen sich mehr Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Väter wollen Zeit mit der Familie verbringen, fühlen sich aber von ihrem Arbeitgeber zu wenig unterstützt.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu realisieren, ist für Väter noch schwerer als für Mütter. Viele fühlen sich vom Arbeitgeber nicht genügend unterstützt. Dabei haben viele Unternehmen bereits entsprechende Angebote im Programm. Dies zeigt das Väterbarometer von "Erfolgsfaktor Familie".

Deutschlands Männer wünschen sich väterfreundliche Arbeitgeber, Deutschlands Arbeitgeber glauben, dass sie schon längst väterfreundlich sind. Das  erste Väterbarometer von „Erfolgsfaktor Familie“ zeigt Unterschiede zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit beim Thema väterfreundliche Personalpolitik auf. Repräsentativ befragt wurden rund 1.000 abhängig Beschäftigte Väter mit minderjährigen Kindern und rund 300 Arbeitgeber aller Branchen und Größen.

Flexibles Arbeiten: Väter sind oft nicht informiert über ihre Möglichkeiten

Offenbar nehmen Arbeitgeber und beschäftigte Väter die Chancen für Männer, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen, unterschiedlich wahr.

So wünschen sich mehr als die Hälfte der für das Väterbarometer befragten Männer (54 Prozent) kürzere Arbeitszeiten, 20 Prozent möchten über die Lage der Arbeitszeit flexibler entscheiden können. Die meisten Arbeitgeber sagen, dies sei möglich und vier von fünf Arbeitgebern bieten nach eigenen Angaben auch Teilzeit an – für beide Elternteile. Bei jedem zweiten Arbeitgeber ist zudem mobiles Arbeiten möglich. Allerdings wissen viele Väter davon nichts, weniger als ein Drittel sagten, es gäbe für sie die Möglichkeit in Teilzeit zu arbeiten oder ins Home-Office zu gehen. Zudem geben 40 Prozent der befragten Väter an, es sei für sie nur schwer oder gar nicht möglich, kurzfristig freizubekommen, wenn spontan die Kinderbetreuung ausfällt. Aber nur 13 Prozent der Arbeitgeber räumen ein, dass sie dies nicht ermöglichen.

Arbeitgeber müssen ihre Angebote für Väter besser kommunizieren

Dass sich beim Thema Väterfreundlichkeit in den Betrieben etwas tut, zeigt sich daran, dass jüngere Väter unter 30 Jahren ihre Arbeitgeber in einigen Bereichen signifikant besser einschätzen. Hier scheint sich ein Bewusstseinswandel in den Unternehmen abzuzeichnen, dass familiäre Verantwortung von Vätern selbstverständlicher wird.

Fazit: Bei der Väterfreundlichkeit von Unternehmen gibt es noch viel Potenzial nach oben. Arbeitgeber müssen ihre Angebote besser bekannt machen und passgenauer auf Väter zuschneiden. Dann können sie auch entsprechend von der höheren Arbeitgeberattraktivität profitieren.

Unternehmenswettbewerb startet in neue Runde

Diese Woche startet auch der Unternehmenswettbewerb "Erfolgsfaktor Familie 2016". Gesucht werden Deutschlands familienfreundlichste Betriebe. Unternehmen können sich bis zum 11. Dezember 2015 mit Ihren kreativen Ideen und guten Praxisbeispielen für eine familienbewusste Personalpolitik bewerben.

Prämiert werden am Ende drei Gesamtsieger in den Kategorien kleine, mittlere und große Unternehmen. Darüber hinaus werden drei Sonderpreise vergeben, und zwar in den Kategorien "Väterfreundliche Personalpolitik", "Vereinbarkeit in der digitalen Arbeitswelt" sowie "Kooperation von Unternehmen mit Partnern vor Ort" vergeben.

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