USA: Verlierer im Kampf um globale Talente

Talent ist eine wichtige Ressource in der Wissensgesellschaft, in der wir leben. Im globalen Wettbewerb der Länder um internationale Wirtschaftsstudenten drohen die USA ins Hintertreffen zu geraten, wie eine Studie des Graduate Management Admission Council herausgefunden hat.

"Early Warning Signals - Winners and Losers in the Global Race for Talent" heißt der Titel eines neuen Whitepapers des Graduate Management Admission Council (GMAC). Jahrzehntelang hätten die USA vom Erreichen globaler Talente profitiert. Doch nun deute sich ein Ende an. 2019 verzeichneten die USA einen Rückgang von 13,7 Prozent bei den internationalen Bewerbern an den Business Schools - mehr als jedes andere Land der Welt, heißt es in dem Report.

USA sind nicht mehr bevorzugtes Studienziel

Der Anteil der internationalen Studieninteressierten, die die USA als bevorzugtes Ziel angeben, sank von 2009 bis 2018 von 54 auf 40 Prozent. In der ersten Hälfte des Jahres 2019 waren es nur noch 37 Prozent.

In der Studie geben die US-Schulen bei 48 Prozent ihrer Wirtschaftsstudiengänge einen Rückgang der Bewerber an und nur 30 Prozent einen Zuwachs. Dagegen verzeichnen 56 Prozent der Programme in Europa mehr Bewerber und nur 37 Prozent weniger.

Geringere Jobmöglichkeiten

Die Gründe für die Abkehr von den USA sind vielfältig. Einer davon ist die Verschärfung beim H-1B-Visum, die die Jobmöglichkeiten der Absolventinnen und Absolventen in den USA erheblich reduziert hat. Gab es 2004 noch jährlich 195.000 Visa, so sind es nun nur noch 85.000. Vor allem für indische Studieninteressente ist die Möglichkeit, nach dem Abschluss in den USA arbeiten zu können, oft der entscheidende Grund, dort zu studieren. So geben zwei Drittel der Inder an, die fehlenden Jobmöglichkeiten würden sie von der Bewerbung an einer amerikanischen Business School abhalten. Bei den Chinesen sind es 52 Prozent.

Zunehmende Feindlichkeit gegenüber Einwanderern

Aber auch die zunehmende Feindlichkeit gegenüber Einwanderern schreckt internationale Studenten ab. So gaben 54 Prozent der Inder und 50 Prozent der Chinesen 2018 an, dass das politische Umfeld sie von einer Bewerbung an der US-Schule abhält. 

Vor kurzem hatten die Dekane von 50 US-Schulen und Institutionen einen offenen Brief an US-Präsident Donald Trump geschrieben, in dem sie seine Einwanderungspolitik kritisieren und die negativen Folgen für die Wirtschaft aufzeigen. Sie fordern unter anderem die Abschaffung der Obergrenzen pro Land für Visa, eine Modernisierung der Visabearbeitung und eine Reform der H-1B-Visa.


Das Graduate Management Admission Council ist eine internationale Non-Profit-Organisation. Sie erstellt Produkte und bietet Dienstleistungen für Business-Schulen. Dazu gehören statistische Auswertungen genauso wie die weltweite Organisation des Graduate Management Admission Test (GMAT). Das Whitepaper des GMAC steht hier zum Download bereit.


Das könnte Sie auch interessieren:

MBA-Studenten strömen nach Großbritannien

Stanford hat das beste MBA-Programm

MBA – ein Master mit verschiedenen Varianten

Schlagworte zum Thema:  MBA, Studium, Talent Management