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Umsatzrückgang im Markt der Zeitarbeitsunternehmen

Die Zeitarbeitsbranche muss Einbußen hinnehmen.
Bild: Getty Images, Inc.

Die Reformen in der Zeitarbeit schlagen sich nun anscheinend auf den Umsatz der Anbieter nieder. Laut einer Lünendonk-Studie ist der Umsatz der Zeitarbeitsunternehmen im vergangenen Jahr gesunken - um zwei Prozent. Die Prognosen für dieses Jahr fallen auch negativ aus.

Branchenzuschläge und höhere Tariflöhne für Leiharbeiter haben im vergangenen Jahr das Geschäft der Personaldienstleister beeinflusst. Der Umsatz der 25 größten Unternehmen mit Randstad und Adecco an der Spitze sei im Schnitt um 0,6 Prozent zurückgegangen. Für dieses Jahr erwarteten die führenden Anbieter einen weiteren Umsatzrückgang um 0,5 Prozent, teilt Lünendonk mit. Die Zahl der beschäftigten Zeitarbeitnehmer werde aber wegen der durchschnittlich höheren Bezahlung voraussichtlich weit stärker sinken.

Während die Tariferhöhungen seit November allen Zeitarbeitnehmern zugutekommen, gelten die auf einige Branchen beschränkten Zuschläge nur für rund 40 Prozent der Belegschaften bei den Top-25-Anbietern, so die Studie. Wie viele Menschen tatsächlich die Zuschläge von bis zu 50 Prozent erhalten, sei noch unklar. Die Zahlungen sollen den Lohnabstand zu den Stammbelegschaften verkleinern.

Branchenzuschläge führen zu mehr Komplexität aber auch Glaubwürdigkeit

Die mit den Gewerkschaften ausgehandelten Tarifverträge über Branchenzuschläge machten die Dienstleistung deutlich komplexer, führen die Lünendonk-Berater weiter aus. Vor allem auf Seiten der Kunden gebe es einen hohen Informationsbedarf, was wiederum eine große Chance für Qualitätsanbieter in der Zeitarbeit sei.

"Die praktische Umsetzung war tatsächlich eine große Herausforderung, die ohne engste Abstimmungen mit jedem einzelnen Kundenbetrieb und ohne eine leistungsstarke IT nicht zu meistern gewesen wäre", erklärt auch Dieter Traub, Geschäftsführer der Orizon GmbH, im Personalmagazin (Ausgabe 5/2013). Trotzdem hält er die Branchenzuschläge für einen Schritt in die richtige Richtung: "Die Branchenzuschläge helfen, den Missbrauch der Zeitarbeit als Mittel zur Kostenreduktion zu verhindern."

Auch Vera Calasan von der Manpower Group Deutschland sieht trotz anfänglicher Startschwierigkeiten in den administrativen Prozessen die positiven Seiten der Zuschläge, wie sie im Personalmagazin erklärt: "Die Branchentarife haben das Image der Arbeitnehmerüberlassung verbessert, denn durch sie wurde in der Öffentlichkeit endlich bekannt, dass auch projektbasierte Arbeit fair entlohnt wird."

Hier können Sie mehr erfahren über das Meinungsbild der Zeitarbeitsanbieter zu den Branchenzuschlägen: Personalmagazin, Ausgabe 5/2013, S. 52 f.

dpa / Haufe Online Redaktion

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