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Auszeit und Neuanfang sind bei Beschäftigten beliebt

Viele Arbeitnehmer können sich eine Auszeit aus privaten Gründen vorstellen.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Herrscht Aufbruchstimmung unter Deutschlands Arbeitnehmern? Laut einer Umfrage möchte über die Hälfte gerne eine längere Auszeit nehmen, außerdem können sich viele für einen beruflichen Neuanfang begeistern. Auch der Wunsch nach beruflicher Weiterbildung spielt dabei eine Rolle.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Bundesbildungsministeriums, berichtet die "Welt". Demnach geben 57 Prozent der Befragten den Wunsch an, ihre Arbeit längere Zeit zu unterbrechen. 38 Prozent der Befragten können sich gar vorstellen, ihren derzeitigen Job ganz an den Nagel zu hängen und noch einmal von vorne anzufangen, indem sie etwa einen neuen Beruf erlernen oder ein Studium beginnen.

Die Studie unterscheidet dabei auch zwischen verschiedenen Altersklassen. Dabei lässt sich laut Angaben der "Welt" feststellen, dass der Wunsch nach dem Neuanfang in der Altersklasse von 18 bis 29 Jahren noch am meisten verbreitet ist: Gut die Hälfte der Befragten (52 Prozent) können sich hier vorstellen noch einmal ganz von vorne zu beginnen. Zum Vergleich: Bei den 30- bis 44-Jährigen sind dies 45 Prozent, bei den 45- bis 59-Jährigen noch 30 Prozent und bei den Über-60-Jährigen nur noch 23 Prozent.

Die Autoren der Studie untersuchten auch Unterschiede beim Bildungsgrad. Hier stellten sie die Tendenz fest, dass Befragte mit einem mittleren Bildungsabschluss oder Abitur eher zum Neustart neigten als solche mit einem Hauptschulabschluss.

Knapp die Hälfte möchte sich beruflich weiterbilden

Als Gründe für die gewünschte Auszeit wurden vor allem familiäre Gründe genannt. So möchten 68 Prozent der Befragten auf diesem Weg mehr Zeit für die Familie oder Partner haben; 55 Prozent nannten Hobbys als Grund. Immerhin 49 Prozent der Befragten gaben an, sich beruflich weiterbilden zu wollen.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka wertet dieses Ergebnis denn auch als gutes Zeichen und ist laut "Welt"-Bericht der Auffassung, die Politik müsse die hohe Bereitschaft der Bürger, sich weiterzuentwickeln, fördern: "Jeder Zweite in Deutschland ist bereit, seine Arbeit für eine berufliche Weiterbildung zu unterbrechen. Das ist ein sehr positives Signal. Wir müssen diese Bildungsbereitschaft im Sinne der Fachkräftesicherung als Chance nutzen und den Wechsel zwischen Arbeit und Bildung noch reibungsloser gestalten", so Wanka zur "Welt".

Schlagworte zum Thema:  Weiterbildung, Auszeit, Studium

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