01.02.2012 | HR-Management

Traineeship: Bei Absolventen immer beliebter

Ganze 94 Prozent der Hochschulabsolventen in Deutschland können sich vorstellen, als Trainee ins Berufsleben zu starten, ergab eine Studie von Haniel in Kooperation mit der Managementberatung Kienbaum. Doch die Zahl der befragten Firmen, die Traineeships anbieten, ist im Vergleich zu 2010 gesunken.

Während 2010 noch 86 Prozent der befragten Firmen Traineeprogramme angeboten haben, sind es in diesem Jahr nur noch 78 Prozent der 406 befragten Unternehmen.

Bei den Inhalten eines Traineeships stimmen Unternehmen und Absolventen weitgehend überein: Die Top 3 der Kriterien, die aus Sicht der 355 befragten Absolventen ein gutes Traineeprogramm ausmachen, sind für 45 Prozent erstens eine persönliche Betreuung, zum zweiten gezielte Personalentwicklungsmaßnahmen (40 Prozent) und drittens die inhaltliche Vielfalt des Programms (39 Prozent).

Die Unternehmen legen in ihren Traineeprogrammen in erster Linie Wert auf Personalentwicklungs- und Weiterbildungsmaßnahmen (40 Prozent), vielfältige Inhalte (38 Prozent) und Gestaltungsspielraum für den Trainee (31 Prozent). Sie bieten zudem regelmäßige Feedbackgespräche und fördern den Austausch der Trainees untereinander.

 

Programme oft nach den Wünschen der Trainees aufgebaut

Wie Unternehmen ihre Traineeprogramme gliedern, machen sie immer öfter von den Absolventen abhängig: Mittlerweile konzipiert knapp ein Drittel der für die Studie befragten Unternehmen ihre Traineeprogramme gemäß den Fähigkeiten und Interessen der Absolventen; im vergangenen Jahr waren es noch lediglich 20 Prozent.

Der Großteil der Firmen gliedert ihr Programm aber immer noch nach den relevanten Abteilungen und Kernbereichen in ihrem Hause. Konkret bieten knapp 40 Prozent der Unternehmen den Trainees die Möglichkeit, drei bis vier Stationen in den meist 18 oder 24 Monaten kennenzulernen; in 28 Prozent der Firmen sind es sogar fünf bis sechs.

Auch bei der Planung des Traineeprogramms erhalten die Berufseinsteiger immer mehr Mitspracherecht: Während schon 2010 51 Prozent der Unternehmen das jeweilige Programm in Abstimmung mit den Trainees geplant hat, sind es in diesem Jahr bereits 56 Prozent. Ihr Programm vollständig selbst organisieren dürfen aber nur vier Prozent der Berufseinsteiger. Und immer noch geben 40 Prozent der Firmen die Programminhalte vor, ohne die Betroffenen einzubinden.

 

Bachelor reicht für viele Unternehmen nicht aus

Der Bachelorabschluss wird in einigen Unternehmen noch immer kritisch gesehen: Für 18 Prozent der Unternehmen ist es ein Ausschlusskriterium für das Traineeprogramm, wenn der Bewerber lediglich einen Bachelorabschluss vorweisen kann. Höher angesehen sind hingegen Master- und Diplomabsolventen. Besser als noch im Vorjahr ist offenbar der Ruf von Fachhochschulabsolventen: 37 Prozent sehen in diesem Abschluss ein unabdingbares Kriterium, das Bewerber mitbringen müssen; vor einem Jahr waren es nur 14 Prozent.

 

Traineegehälter steigen leicht

Die Gehälter der Trainees in Deutschland sind im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen: Aktuell erhalten die Berufseinsteiger im ersten Jahr ihres Traineeships ein durchschnittliches Jahresbruttogehalt von 43.100 Euro, im zweiten Jahr sind es im Schnitt 44.000 Euro. Bei den Zusatzleistungen sind die Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr allerdings sparsamer geworden: Haben 2010 noch sämtliche befragte Firmen ihren Trainees Zusatzleistungen gewährt, tun dies in diesem Jahr nur noch knapp zwei Drittel.

Aktuell

Meistgelesen