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Topmanager gefährden Erfolg von Veränderungsprojekten

Topmanager in deutschen Unternehmen sind häufig der Grund, warum Veränderungsprojekte scheitern. Denn sie schätzen ihren Beitrag für das Gelingen solcher Projekte zu optimistisch ein und sind gleichzeitig nur in geringem Maße zu Selbstkritik fähig – und nicht nur das, zeigt eine aktuelle Kienbaum-Studie.

In ihrer Change-Management-Studie 2011/2012 hat die Managementberatung Kienbaum mehr als 350 Topmanager, Führungskräfte und Projektleiter zu ihren Erfahrungen und Vorstellungen in Change-Vorhaben befragt. Ernüchterndes Ergebnis: In den Augen von mehr als einem Drittel der Befragten holt sich das Topmanagement im Veränderungsprozess kaum oder kein Feedback ein. Auch Risiken werden nicht ausreichend analysiert. In der Konsequenz zeigt sich eine erhebliche Differenz zwischen Anspruch und Wirklichkeit, die am größten bei den Topmanagern zu beobachten ist.

"Auch sie haben nur eine bestimmte und begrenzte Sichtweise auf die ‚Realität‘ der Organisation, die sich teilweise deutlich von der Perspektive anderer Gruppen im Unternehmen unterscheidet. Die Topmanager müssen ihre Rolle als Visions- und Zielvermittler künftig besser ausfüllen und ihre Vorbildfunktion stärker wahrnehmen", kommentiert Matthias Meifert, Director und Partner bei Kienbaum, die Ergebnisse der Studie.

 

Unternehmen haben Nachholbedarf bei Erfolgsfaktoren

Insgesamt hat die Untersuchung fünf Erfolgsfaktoren identifiziert, die die Unternehmen bei der Planung ihrer Veränderungsprojekte berücksichtigen sollten: Neben der Bereitstellung der notwendigen Ressourcen gehören die Aspekte Koordination und Kommunikation, Partizipation, Feedback und Monitoring und eine entsprechende Personalentwicklung dazu. Die Studie zeigt aber auch, dass bezüglich aller fünf Erfolgsfaktoren großer Nachholbedarf bei den Unternehmen besteht. Am stärksten wird die Personalentwicklung im Change – sowohl für Mitarbeiter als auch für Führungskräfte vernachlässigt.

Des Weiteren werden in der Planung als auch in der Umsetzung der Veränderungen zeitliche Erfordernisse unterschätzt. So geben lediglich ein Drittel der befragten Projektleiter an, dass Veränderungsprojekte in ihrem Unternehmen mit genügend Vorlauf geplant wurden. Außerdem fehlt insbesondere den Projektleitern die notwendige enge Koordination und Kommunikation mit den Führungskräften. Nur knapp die Hälfte ist der Ansicht, dass diese im ausreichenden Maß stattfindet.

Der Bedeutung der Partizipation im Change sind sich zwar alle Befragten bewusst – gelebt wird diese allerdings nur unzureichend: Besonders Mitarbeiter bleiben in Change-Prozessen häufig ungehört. Projektleiter sehen dies zumeist kritisch, während Topmanager die Lage größtenteils zu positiv einschätzen. Auch regelmäßiges Feedback und kontinuierliche Risikoanalysen gelten unter den Befragten bereits als Erfolgsfaktoren, werden aber noch zu wenig angewendet.

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