25.02.2016 | Top-Thema Zukunftstalk "Wirtschaft + Weiterbildung"

Wie sich Weiterbildungsformate verändern

Kapitel
Dr. Hanspeter Durlesser (Coverdale) spricht im Video über die Weiterbildung in der Arbeitswelt 4.0 und deren Diversifizierung.
Bild: YouTube

Schneller und effizienter: Das wünschen sich viele Unternehmen, wenn es um die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter geht. Wie Weiterbildungsanbieter mit dieser Erwartungshaltung umgehen und wie sich Weiterbildungsformate in Zukunft verändern werden, lesen Sie in Teil drei unseres Top-Themas.

Wie werden sich Weiterbildungsformate in Zukunft verändern?

Durlesser: Ich erlebe es regelmäßig, dass Unternehmen einen Workshop buchen wollen, der Substanz bieten soll, aber nur einen halben Tag dauern darf. Die Probleme, die wir künftig mit unseren Workshop-Teilnehmern bearbeiten werden, erfordern aber Zeit. Unsere wichtigste Aufgabe als Trainer wird es künftig sein, für die Führungskräfte einen Raum zu erkämpfen, wo sie in Ruhe ihren Alltag reflektieren können. Wir bieten hier zum Beispiel ein Format für Führungskräfte und Echtteams an, das wir "Praxis und Lernen" nennen. In diesem Workshop haben die Teilnehmer zum einen die Möglichkeit, an Praxisthemen zu arbeiten, zu denen sie im hektischen Alltag nicht kommen. Zum anderen bieten wir ihnen entsprechend der Praxisthemen gezielte Trainingssequenzen, damit sie im geschützten Raum ihre Kompetenzen auszubauen können. Der so geschaffene Raum für beides stellt sicher, dass sie nachhaltige Veränderungen in ihrem Unternehmen bewirken können.

Beck: Dem stimme ich zu: Führungskräfte brauchen neue Reflexionsräume, welche didaktisch und medial anders gestaltet sind als das klassische Zwei- oder Drei-Tages-Seminar. Die Teilnehmer müssen zudem immer stärker selbst die Verantwortung für ihren individuellen und nachhaltigen Lern- und Transfererfolg übernehmen. Gleichzeitig wird mit der Führungsentwicklung im Inhouse meist noch der Anspruch verfolgt, ganze Unternehmens- und Führungskulturen zu verändern. Dem genügen die hergebrachten Seminarstandards nicht mehr.


"Ich erlebe es regelmäßig, dass Unternehmen einen Workshop buchen wollen, der Substanz bieten soll, aber nur einen halben Tag dauern darf."

Hanspeter Durlesser, Coverdale


Schopen: Das erlebe ich auch ganz extrem. Die Formate ändern sich. In unserem Institut entwickeln wir jeden Tag neue Formate. Es gibt eine junge Generation von Personalentwicklern, denen es wichtig ist, dass sie externe Trainer an ihrer Seite haben, die wieder mehr Entwicklungsbegleiter sind. Im Vergleich zu früher übernehmen wir als externer Dienstleister immer mehr Aufgaben der Personalentwicklung.

Müller: Wir sollten den Unternehmensleitungen aufzeigen, dass das überall zu beobachtende Rennen im Hamsterrad zu einem Zustand führt, in dem unser Gehirn nicht lernen kann. Dazu sollten wir uns der Argumente der Gehirnforschung bedienen, denn die haben Überzeugungskraft. Auch ich bin sicher, dass es in Zukunft darauf ankommen wird, dass wir Führungskräften Freiräume freischaufeln und ihnen die Gelegenheit geben, zu reflektieren und neue Erfahrungen zu machen. Das klappt natürlich am besten zusammen mit anderen Menschen, weil Menschen nun einmal gerne mit anderen Menschen lernen. Unsere Kernkompetenz als Business School ist es, dass wir selbstverantwortliches Lernen ermöglichen. Wir wollen nicht Menschen dressieren, wie sie noch schneller eine To-Do-Liste abarbeiten können.


Kapitel 4: Beispiele für "Reflexionsräume"

Schlagworte zum Thema:  Digitalisierung, Weiterbildung, Personalentwicklung, Führung, Führungskräfteentwicklung

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