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25.02.2016 | Top-Thema Zukunftstalk "Wirtschaft + Weiterbildung"

Wie Arbeiten 4.0 die Weiterbildung beeinflusst

Kapitel
Im Video erklärt Marion Schopen, wie das IME innovative Weiterbildungsformate konzipiert und wie wichtig Beratung bei der Personalentwicklung ist.
Bild: YouTube

Wie wird Arbeiten 4.0 die Weiterbildung verändern? Das wollte die Redaktion "Wirtschaft + Weiterbildung" abschließend wissen. Im fünften Kapitel wagen die vier Experten einen Blick in die Zukunft – und stellen Konzepte vor, mit denen sie Mitarbeiter und Führungskräfte dafür fit machen wollen.


Wie wird Arbeiten 4.0 die Weiterbildung verändern?

Beck: Ich sehe nicht, dass – abgesehen von ein paar Start-ups – sehr viele Unternehmen in naher Zukunft dazu übergehen werden, ihre Führungskräfte von der Belegschaft wählen zu lassen wie das der New-Work-Bewegung vorschwebt. Aber die Aufgaben der Führungskräfte ändern sich mit zunehmender Komplexität schon und wir als Akademie haben darauf mit der Entwicklung eines neuen Führungsmodells reagiert, den sogenannten "Topografien der Führung", bei denen der Einfluss der formalen Hierarchie, des informellen Netzwerks und der vielfältigen Stakeholderinteressen gleichermaßen berücksichtigt werden. In einem derart komplexen Business-Umfeld für sich selbst, die Mitarbeiter und das Unternehmen Führung wahrzunehmen, erfordert nach wie vor Training und zusätzlich laufende Reflexion zum Beispiel im Rahmen eines Coachings.

Durlesser: In der Tat werden auch künftig Führungskräfte Probleme mit dem einen oder anderen "schwierigen" Mitarbeiter haben und lernen wollen, wie sie mit ihm umgehen können. Und selbst wenn künftig Selbstorganisation großgeschrieben wird, dann müssen die Mitarbeiter dennoch zuerst einmal in einem Seminar lernen, wie man miteinander kommuniziert, Beziehungen gestaltet und wie man seine Interessen sorgfältig ausgleicht. Mit zunehmender Agilität in den Organisationen sehe ich aber auch einen neuen Trend – dass nämlich einzelne Mitarbeiter unabhängig von ihrer betrieblichen Funktion zu internen Beratern, internen Coachs oder als interne Konfliktmoderatoren ausgebildet werden sollen, weil das Dienstleistungen sind, die in flachen Hierarchien dringend gebraucht werden, um die Selbstorganisationen reibungslos am Laufen zu halten.


"Mithilfe von Seminarplattformen und den Sozialen Medien könnten sich in Zukunft wildfremde Menschen mit einem identischen, brennenden Problem sehr schnell zu einem passenden Seminar verabreden."

Marion Schopen, Institut für Managemententwicklung


Müller: Hier lohnt der Blick in Richtung USA. Dort sollen bis zum Jahr 2020 fast 40 Prozent der Berufstätigen als Freelancer unterwegs sein. Diese "Einzelkämpfer" sind die neue Zielgruppe für offene Seminare, denn sie haben ein stark steigendes Bedürfnis nach kontinuierlicher Weiterbildung.

Schopen: Vielleicht können wir dem Monster "Digitalisierung" noch eine weitere positive Seite abgewinnen: Mithilfe von Seminarplattformen und den Sozialen Medien könnten sich in Zukunft wildfremde Menschen mit einem identischen, brennenden Problem sehr schnell zu einem passenden Seminar verabreden. Die Digitalisierung bringt Menschen zusammen und die Akademien müssen sich nur noch darum kümmern, dass diese Menschen sich bei ihnen gut aufgehoben fühlen.

Digitalisierung, Weiterbildung, Personalentwicklung, Führung, Führungskräfteentwicklung

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