25.02.2016 | Top-Thema Zukunftstalk "Wirtschaft + Weiterbildung"

Welche Weiterbildungstrends wichtig werden

Kapitel
Dr. Simon Beck (Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft) spricht sich im Video für eine Entschleunigung des Lernens als Gegentrend zur Digitalisierung aus.
Bild: YouTube

Die Digitalisierung verändert alles – auch die Weiterbildung. Daraus ergeben sich auch neue Herausforderungen für die Weiterbildungsanbieter. Welche Handlungsfelder die vier Experten Simon Beck, Hanspeter Durlesser, Marion Schopen und Felix Müller daraus ableiten, lesen Sie in diesem Kapitel.


Welche Weiterbildungstrends sehen Sie für die Zukunft?

Dr. Simon Beck: Der alles beherrschende Megatrend heißt Digitalisierung. Sie ist dabei, unsere Lebenswirklichkeit und insbesondere unsere Arbeitswelt radikal zu verändern. Die Weiterbildung der Zukunft wird davon abhängen, wie tief greifend sich diese Veränderungen nicht nur auf unsere Mediennutzung, sondern auf alle Arbeitsprozesse und auf unser Verhalten im Beruf auswirken.

Dr. Hanspeter Durlesser: Aus dem Themenbereich Digitalisierung sollten wir zwei Aspekte herausgreifen. Wir müssen lernen, uns mit den modernen Medien auseinanderzusetzen, um sie optimal für unsere Arbeit nutzen zu können. Und wir sollten Menschen begleiten können, die von der Digitalisierung betroffen sind und um Rat fragen. Denken wir doch nur daran, wie sehr sich die Arbeitswelt eines Vertriebsleiters ändert, wenn nicht mehr nur die Außendienstmitarbeiter, sondern zunehmend die Vergleichsportale im Internet den Umsatz bringen. Diese Change-Prozesse werden wir als Akademien oder Trainings- und Beratungsinstitute begleiten müssen.


"Die Weiterbildung der Zukunft wird davon abhängen, wie tief greifend sich die Veränderungen nicht nur auf unsere Mediennutzung, sondern auf alle Arbeitsprozesse und auf unser Verhalten im Beruf auswirken."

Simon Beck, Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft


Marion Schopen: In der Tat, wir sollten die Brille derer aufsetzen, die sich jetzt fit machen müssen für morgen. Wir brauchen einen Perspektivenwechsel in der Weiterbildung. Es wird künftig nicht nur darauf ankommen, "was" und "wie" gelernt wird, sondern wir müssen schauen, was braucht der Einzelne, um mit den neuen Arbeitswelten klarzukommen. Unsere Angebote müssen schnell und nachhaltig im täglichen Doing wirken.

Felix Müller: Ich beobachte, dass die Verantwortung für die berufliche Weiterentwicklung immer mehr beim einzelnen Mitarbeiter liegt. Die Unternehmen organisieren zwar noch den großen Rahmen für ihre Entwicklungsmaßnahmen, aber dann müssen die Lernenden selbst darauf achten, dass sie das lernen, was sie brauchen. Die Anbieter werden viel stärker als früher ihre Angebote auf den einzelnen Lerner zuschneiden müssen. Es wird immer mehr 1:1-Maßnahmen geben. Für die Bildungsanbieter ist diese Individualisierung eine Herausforderung, weil sie sich rechnen muss.


Kapitel 3: Wie sich Weiterbildungsformate verändern

Schlagworte zum Thema:  Weiterbildung, Digitalisierung, Führung, Personalentwicklung, Führungskräfteentwicklung

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