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Tarifbeschäftigte haben mehr von Einkommen und Weiterbildung

Laut Umfrage sind Mitarbeiter mit Tarifvertrag zufriedener.
Bild: Veer Inc.

Arbeitnehmer mit Tarifvertrag haben Vorteile gegenüber Beschäftigten, die nicht nach Tarif bezahlt werden. Sie verdienen nicht nur mehr und können sich häufiger weiterbilden, sondern sind auch zufriedener mit ihrer Arbeit. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie.

An der Befragung des Internetportals Lohnspiegel.de haben mehr als 52.000 Beschäftigte teilgenommen. Dabei untersuchten die Initiatoren der Befragung verschiedene Aspekte, bei denen sie zwischen Mitarbeitern mit und ohne Vertrag unterschieden:

  • Monatseinkommen: Beschäftigte mit Tarifvertrag verdienten nach den Lohnspiegel-Daten im Durchschnitt 3.279 Euro im Monat. Das waren laut Studie etwa 660 Euro mehr als bei den Arbeitnehmern, deren Gehalt nicht von einer Gewerkschaft ausgehandelt wurde. Und es seien keineswegs nur die unteren Lohngruppen, denen der Tarif Vorteile bringe, so die Forscher: Beim Vergleich des 75. Einkommensperzentils (das heißt: 75 Prozent der Beschäftigten verdienen weniger, 25 Prozent mehr) lag der Tariflohn knapp 900 Euro über dem Lohn, der keinen Tarifvertrag als Grundlage hatte.
  • Sonderzahlungen: Rund 62 Prozent der Beschäftigten mit Tarif bekamen laut Umfrage Urlaubsgeld. Unter den Beschäftigten, die nicht nach Tarif bezahlt wurden, waren es nur gut 39 Prozent. Noch größer war die Differenz beim Weihnachtsgeld: 72 gegenüber 46 Prozent. Gut 27 Prozent der Tarifbeschäftigten erhielten laut Studie eine Gewinnbeteiligung. Ohne Tarif waren es 19 Prozent.
  • Lohnerhöhungen: 52 Prozent der Tarifbeschäftigten gaben an, in den zwölf Monaten vor der Befragung sei ihr Lohn oder Gehalt erhöht wurden. In der Gruppe ohne Tarif konnten sich nach eigenen Angaben nur 34 Prozent über eine Lohnerhöhung freuen.
  • Weiterbildung: Auch bei der Qualifizierung hatten die befragten Tarifbeschäftigten den Umfrageergebnissen zufolge die Nase vorn: 56 Prozent gaben an,  in den zwölf Monaten vor der Befragung von ihrem Arbeitgeber weitergebildet worden zu sein. In der Vergleichsgruppe waren es lediglich 40 Prozent.
  • Zufriedenheit: Tarifbeschäftigte gaben ihrer Arbeit auf einer Skala von 1 (gar nicht zufrieden) bis 5 (in jeder Hinsicht zufrieden) die Durchschnittsnote 3,7. Arbeitnehmer ohne Tarif urteilten mit einer 3,5. Deutlicher war der Unterschied bei der Zufriedenheit mit der Bezahlung: 3,1 mit Tarif gegenüber 2,5 ohne.

In die Auswertung flossen die Daten von mehr als 52.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein, die sich zwischen 2010 und 2012 an der Befragung auf www.lohnspiegel.de beteiligten. Rund 51 Prozent von ihnen wurden nach Tarif bezahlt. Die Befragung ist nicht repräsentativ, kann aber - wie die Autoren betonen - durch die sehr hohe Fallzahl verlässliche Orientierungsdaten bieten.

Schlagworte zum Thema:  Arbeitsplatz, Einkommen, Weiterbildung, Zufriedenheit, Tarifvertrag

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