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| Studie zu Cloud-Lösungen in HR

Weiterhin Vorbehalte gegen die Cloud im Mittelstand

Die Datenwolke wirkt immer noch auf die meisten Mittelständler bedrohlich.
Bild: Haufe Online Redaktion

Gegen die Auslagerung von HR-Anwendungen in die Cloud hegt der Mittelstand noch immer einige Vorbehalte. Befürchtet werden vor allem Probleme im Datenschutz, aber auch zu geringe Praxistauglichkeit, fehlende Individualisierung und Serviceschwächen. Das zeigt eine Studie von ROC.

Jeder dritte Mittelständler hat seine Personal-IT in die Cloud ausgelagert oder plant dies bis Ende 2016.  Aber 40 Prozent der mittelständischen Betriebe wollen auf absehbare Zeit noch nicht einmal darüber nachdenken, HR-Software zur Personalentwicklung und -Planung in die Datenwolke auszulagern. So ein Ergebnis der Studie "Talent Management im Mittelstand" der Unternehmensberatung ROC, für die 144 Betriebe des gehobenen Mittelstands in Deutschland und Österreich befragt wurden.

Fehlende Datensicherheit und zu wenig Praxistauglichkeit befürchtet

Wer mit dem Schritt noch zögert, fürchtet vor allem fehlende Datensicherheit. Dazu kommen Bedenken von 38 Prozent der Befragten, die Cloud-Lösungen unterschiedlicher Anbieter ließen sich nur schwer miteinander kombinieren. 36 Prozent der befragten Betriebe glauben, Cloud-Varianten ließen zu wenig Individualisierung zu, und 35 Prozent fürchten Schwächen im Service für die Anwender. Überdies meint fast jeder dritte Mittelständler (32 Prozent), die Cloud sei nur auf den ersten Blick günstiger als klassische Personalsysteme.

Mittelständler brauchen Mut zur Vereinfachung

Inwieweit insbesondere die Befürchtung der fehlenden Praxistauglichkeit durch eine zu geringe Individualisierung innerhalb der Cloud-Lösung der Realität entspricht, erläutert Oliver Back, Geschäftsführer von ROC Deutschland. Zwar böten die neuen Cloud-Varianten nach in der Tat eingeschränktere Anpassungsmöglichkeiten als klassische Systeme, doch brauchten die mittelständischen Unternehmen Mut zur Vereinfachung. "Sollte eine Firma sich für eine Cloud-Lösung entscheiden, muss sie bereit sein, ihre Personal-Anwendungen zu standardisieren. Sie muss sogar dazu in der Lage sein, alle bisherigen Systeme zu vergessen und sich komplett auf die neuen Lösungen einzulassen", so der ROC-Geschäftsführer. Schwierig sei das insbesondere für die Unternehmen, die in den vergangenen Jahrzehnten mit einem klassischen Personalstandardsystem gearbeitet hätten, das sich üblicherweise auf die Bedürfnisse des Betriebes eingestellt habe. Bestehe ein Mittelständler weiterhin auf diese Besonderheiten, sei er möglicherweise noch nicht bereit für die Datenwolke.

Die technischen Anforderungen sind erst der dritte Schritt in die Cloud 

Grundsätzlich gelte: Wichtiger als das technische Auslagern in die Cloud ist, dass Personalabteilung und Geschäftsführung zuvor gemeinsam die strategischen Ziele ihres Talent Managements definieren. Back: "Sind die Aufgaben definiert, sollte das Unternehmen die passenden Prozesse einführen und eine geeignete Software auswählen. Sie muss das abdecken, was der Mittelständler zu Beginn als strategisches Ziel festgelegt hat." An erster Stelle stünden also die organisatorischen Anforderungen, gefolgt von den funktionalen. Die technischen Anforderungen seinen erst der dritte Schritt.


Tipp: Wie Sie eine für Ihr Unternehmen passende Recruting-Software auswählen, lesen Sie hier im Online-Top-Thema.

 

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